Kind krank - das steht berufstätigen Eltern zu

Kind krank - das steht berufstätigen Eltern zu

  • Eltern können sich von der Arbeit freistellen lassen
  • Jährlich stehen jedem Elternteil zehn Tage pro Kind zu
  • Ärztliches Attest ab dem ersten Tag nötig
  • Kinder müssen unter zwölf Jahre alt sein

In der Kita und Schule lernen Kinder nicht nur neue Freunde, sondern ständig neue Infekte kennen. Durchfall, Fieber und Scharlach stellen in den meisten Familien das Betreuungskonzept auf den Kopf. Statt zur Arbeit muss ein Elternteil zum Arzt und das Kind pflegen.

Wann dürfen Eltern zuhause bleiben?

Berufstätige Väter und Mütter haben einen Anspruch darauf, für die Pflege kranker Kinder von der Arbeit freigestellt zu werden. Pro Kind stehen jedem Elternteil zehn Tage zu, wenn

  • das Kind unter zwölf Jahre alt ist
  • ein Arzt die Krankheit und den Betreuungsbedarf attestiert hat
  • keine anderen im Haushalt lebenden Personen die Pflege übernehmen können

Bei zwei Kindern erhöht sich der Anspruch auf 20 Tage je Elternteil. Ab drei Kindern gilt eine Obergrenze von 25 Tagen. Alleinerziehenden steht die doppelte Zeit zu. Das sind pro Kind 20 Tage, maximal 50 Tage im Kalenderjahr.

Wer zahlt, wenn das Kind gepflegt werden muss?

Das variiert je nach Arbeitgeber und Branche. Einige Unternehmen überweisen in den ersten fünf Tagen der Kinderpflege das Gehalt weiter, andere schließen eine entsprechende Lohnfortzahlung im Arbeitsvertrag aus.

Zehn Tage Krankengeld pro Kind

Zahlt der Arbeitgeber nicht oder nicht für die vollen zehn Tage, bekommen gesetzlich Versicherte Geld von ihrer Krankenkasse - vorausgesetzt Kind und Eltern sind beide gesetzlich versichert.

Das Kinderkrankengeld beträgt 70 Prozent des regelmäßig erzielten Bruttoarbeitsentgelts bis zur Beitragsbemessungsgrenze (2018: 4.425 Euro im Monat), jedoch nicht mehr als 90 Prozent des letzten Nettoarbeitsentgeltes.

Kein Kinderkrankengeld für Privatversicherte

Privat Versicherte gehen dagegen in der Regel leer aus. Ist ein Elternteil privat und das andere pflichtversichert, gilt die Versicherung, bei welcher das Kind mitversichert ist.

Was muss ich beachten, wenn mein Kind krank ist?

Wer nicht zur Arbeit kann, weil das Kind krank ist, braucht bereits am ersten Tag ein ärztliches Attest. Das ist anders als bei Erwachsenen, wo in der Regel erst ab dem dritten Tag eine ärztliche Krankenbescheinigung erforderlich ist.

Aber: In beiden Fällen muss der Arbeitgeber unmittelbar vom Fernbleiben informiert werden.

Und wenn die Kinderkrankentage aufgebraucht sind?

Dann muss eine andere Betreuung organisiert oder beim Arbeitgeber bezahlter oder unbezahlter Urlaub beantragt werden. Das gilt auch für kranke Kinder, die zwölf Jahre oder älter sind. Diese sind zwar nicht mehr so infektanfällig wie Kleinkinder, können aber oft auch nicht alleine bleiben. In einigen Städten bieten Organisationen mittlerweile an, sich um kranke Kinder zu kümmern.

Wie ist die Rechtslage bei schwerstkranken Kindern?

Ist ein Kind unheilbar krank, oder hat nur noch wenige Wochen zu leben, haben Eltern einen unbefristeten Anspruch auf Freistellung und Kinderkrankengeld.

Stand: 10.01.2018, 06:00