Hilfe für Angehörige psychisch kranker Menschen

Verzweifelter Mann

Hilfe für Angehörige psychisch kranker Menschen

Von Christina Sartori

  • Millionen von Menschen in Deutschland sind psychisch krank
  • Die Krankheit kann die ganze Familie belasten
  • Auch Angehörige psychisch Kranker brauchen Hilfe

Psychisch Kranke benötigen ärztliche Hilfe und die Unterstützung in ihrem Umfeld. Angehörige, die sich um die Betroffenen kümmern, sollten sich Hilfe holen.

Belastend für Angehörige

Das Zusammenleben mit einem Menschen, der psychisch schwer erkrankt ist, ist herausfordernd und viele Angehörige erleben gegensätzliche Gefühle: Liebe und Mitgefühl einerseits, Ärger und Frust andererseits. Weil der Kranke unzuverlässig ist, sich verletzend verhält, seine Medikamente nicht nimmt oder Freunde sich zurückziehen.

Viele Angehörige berichten über Schuldgefühle: Sie befürchten, dass sie durch ihr Verhalten die Krankheit provoziert oder verstärkt haben. Es kann helfen, sich mit Menschen auszutauschen, die in einer ähnlichen Situation leben und ähnliches fühlen. Auch sollte man versuchen, mehr über die Krankheit und die Therapie des psychisch Kranken zu erfahren, um zu verstehen, wie es zu der Krankheit kam. Das kann die Schuldgefühle abschwächen.

Hilfe für Angehörige psychisch Kranker

WDR 2 Servicezeit | 19.09.2018 | 02:15 Min.

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Immer noch ein Tabu

Es redet sich leichter über einen Beinbruch oder andere körperliche Erkrankung, als über eine Depression, Schizophrenie oder ähnliches. Eltern von psychisch kranken Kindern werden immer wieder von Bekannten oder Freunden für ihre Erziehung kritisiert, Freunde ziehen sich zurück und kommen nicht mehr zu Besuch. Gerade für die Angehörigen kann es sehr belastend sein, wenn sie zunehmend isoliert leben. Deswegen raten Experten: Angehörige sollten sich Freiräume schaffen, eigene Interessen verpflegen und die eigenen Freundschaften pflegen. Denn nur wer selber stabil ist, kann einem psychisch kranken Menschen eine Stütze sein.

Geldsorgen

Manche psychisch Kranken können schlecht mit Geld umgehen. Sie kaufen und abonnieren unnütze oder teure Dinge, wodurch es zu finanziellen Problemen kommen kann. Hier kann es helfen, einen gesetzlichen Betreuer einzusetzen. Der kann mit der entsprechenden gerichtlichen Erlaubnis, Kaufverträge, Abonnements u.ä. wieder auflösen. Je nach Befugnis kann ein gesetzlicher Betreuer auch andere Entscheidungen treffen und so den Angehörigen entlasten.

Selbsthilfegruppen: Austausch und Beratung

In Selbsthilfegruppen für Angehörige psychisch kranker Menschen finden Betroffenen nicht nur die Möglichkeit, sich offen mit Menschen in einer ähnlichen Situation auszutauschen, sondern sie können sich auch beraten lassen und erfahren, wo sie weitere Unterstützung erhalten können.

Stand: 18.09.2018, 15:27