"Gibt es nicht" – Medikamente gegen Allergien nicht erhältlich

Beratung in der Apotheke

"Gibt es nicht" – Medikamente gegen Allergien nicht erhältlich

Von Christina Sartori

  • Allergiker geplagt wie nie
  • Wirkstoff "Cromaglizinsäure" kaum noch erhältlich
  • Ersatzmittel vorrätig, könnten aber teurer sein

Allergiemittel gibt es als Tabletten, Nasensprays und Augentropfen mit unterschiedlichen Wirkstoffen. Aber: Manche Mittel gegen Heuschnupfen sind derzeit kaum zu bekommen. Apotheker sagen also: "Haben wir nicht und das kriegen wir auch nicht wieder rein."

Woran liegt es?

Es stimmt zwar, dass in diesem Jahr Allergiker besonders leiden müssen: Durch den Kälteeinbruch im Frühjahr sind die Pflanzen praktisch explodiert, als es endlich warm wurde. Zusätzlich war es 2018 bisher häufig warm, trocken und windig – auch das verstärkt die Belastung für Menschen mit Heuschnupfen. Trotzdem: Dass es manche Medikamente gegen Pollen-Allergie gerade nicht gibt, hat einen anderen Grund.

"Gibt es nicht" - Medikamente gegen Allergien nicht erhältlich

WDR 2 Servicezeit | 07.06.2018 | 02:55 Min.

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Ein alter Wirkstoff ist kaum noch erhältlich

Praktisch alle Hersteller von Nasenspray-Allergiemitteln, die einen bestimmten Wirkstoff herstellen, die Cromaglizinsäure, liefern derzeit keinen Nachschub. Nasensprays bekommt man nur noch dort, wo ein Apotheker zufällig noch ein paar Packungen davon vorrätig hat. Nachbestellen beim Großhändler kann ein Apotheker diese Nasensprays nicht. Das gilt auch für Kombipackungen, die Nasenspray und Augentropfen mit diesem Wirkstoff enthalten.

Wie kommt das?

Die Hersteller halten sich bedeckt. Möglicherweise gibt es Produktionsschwierigkeiten. Mindestens ein Hersteller hat auch die Produktion dieser Medikamente eingestellt und verwendet jetzt andere Wirkstoffe. Cromaglizinsäure ist ein sehr alter Wirkstoff, der deutlich umständlicher anzuwenden ist als modernere Mittel: Man muss ihn schon ein bis zwei Wochen vor dem Beginn der Allergie nehmen, mehrmals täglich, auch wenn gerade keine Pollen fliegen.

Was mach ich nun?

Es gibt immer noch verschiedene Medikamente gegen Heuschnupfen, aus denen man wählen kann. Augentropfen und Nasenspray haben den Vorteil, dass sie nicht den gesamten Körper belasten, während Tabletten mit einem Anti-Histamin Wirkstoff immer noch etwas schläfrig machen können. Manche Allergiker müssen aber alle drei Darreichungsformen kombinieren, um die Pollenbelastung erträglicher zu machen.

Nicht nur Medikamente verschaffen Linderung

Nasensprays mit Kortison sollten nur in schweren Fällen und so kurz wie möglich angewendet werden. Wer die Medikamente von seinem Arzt verschrieben bekommt, sollte darauf achten, dass das Rezept so ausgefüllt ist, dass der Apotheker auch ein Alternativ-Medikament anbieten kann.

Tipps für eine geringe Pollenbelastung

  • auf Alkohol verzichten
  • vor dem Schlafen gehen die Haare ausspülen
  • getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer aufbewahren
  • Sessel, Sofa etc. häufig absaugen
  • Wohnung lüftet man am besten direkt nach einem kräftigen Regen
  • in der Stadt morgens lüften
  • auf dem Land abends lüften
  • Urlaub am Meer, im Hochgebirge oder in der Wüste

Stand: 07.06.2018, 13:30