Alkohol-Mythen auf dem Prüfstand

Alkohol-Mythen auf dem Prüfstand

  • Acht Mythen rund um den Alkohol
  • Fettiges Essen verlangsamt die Alkoholaufnahme
  • Schnaps hilft nicht bei der Verdauung

"Wein auf Bier, das rat' ich dir" oder "Bier auf Wein, das lass sein" - es gibt jede Menge Faustregeln und Mythen rund um den Alkohol. Doch welche stimmen wirklich? Ziemlich sicher ist nur eines: Der Kater kommt am Ende immer und zu viele Alkohol ist in jedem Fall keine gute Idee.

Thekenwissen - wahr oder falsch?

Acht Mythen zum Alkohol.

Mehrere Berliner Ballen liegen auf einem Blech

Mythos 1: Vorher viel und fettig essen verringert die Wirkung von Alkohol
Einmal getrunken, kommt der Alkohol früher oder später auch im Blut an – egal wie viel oder wie fett man vorher gegessen hat. Aber: Mit vollem Magen dauert es etwas länger. Substanzen wie Fett oder Öl bedecken die Magen- und Darmschleimhaut und verlangsamen die Aufnahme von Alkohol im Blut.

Mythos 1: Vorher viel und fettig essen verringert die Wirkung von Alkohol
Einmal getrunken, kommt der Alkohol früher oder später auch im Blut an – egal wie viel oder wie fett man vorher gegessen hat. Aber: Mit vollem Magen dauert es etwas länger. Substanzen wie Fett oder Öl bedecken die Magen- und Darmschleimhaut und verlangsamen die Aufnahme von Alkohol im Blut.

Mythos 2: Frauen werden schneller betrunken als Männer
Frauen sind in Sachen Alkohol rein physiologisch im Nachteil. Grund: Frauen haben mehr Körperfett als Männer und ihr Flüssigkeitsgehalt ist um rund zehn Prozentpunkte niedriger. Daher verteilt sich der Alkohol bei ihnen auf weniger Flüssigkeit, die Alkoholkonzentration im Blut ist höher.

Mythos 3: Alkohol hilft beim Einschlafen
Tatsächlich wirkt eine gewisse Menge an Alkohol ermüdend. Aber auch wenn man schneller einschläft, der Schlaf ist schlechter. Die wichtigen sogenannten REM-Phasen werden zugunsten eines oberflächlichen Schlafes unterdrückt. Nach einer alkoholisierten Nacht ist man daher weniger fit.

Mythos 4: Geübte Trinker werden nicht so betrunken wie ungeübte
Das Gehirn gewöhnt sich an den Alkohol - die Leber nicht. Ganz egal wie oft und wie viel Alkohol im Blut ist. Die Leber baut immer zwischen 0,1 und 0,2 Promille in der Stunde ab. Auch wenn sich der Gewohnheitstrinker nicht betrunken fühlt, bei der Verkehrskontrolle ist der Führerschein trotzdem weg.

Mythos 5: Ein Schnaps hilft bei der Verdauung
Weder beschleunigt Alkohol die Magenentleerung, noch wird die Nahrung schneller aufgespalten. Im Gegenteil: Im Darm verschlechtert Alkohol die Nahrungsaufnahme und wer bereits zum Essen Alkohol trinkt, dessen Magen bleibt dabei sogar länger unangenehm voll.

Mythos 6: Mit Strohhalm wird man schneller betrunken
Angeblich wird beim Strohhalm ein Großteil des Alkohols bereits im Mund aufgenommen. Aber die Mundschleimhaut ist gerade mal so groß wie zwei Bierdeckel - viel zu klein um davon betrunken zu werden. Die Magenschleimhaut bringt es immerhin auf Servietten-Größe. Das entscheidende passiert im Dünndarm. Auf rund 100 Quadratmetern gelangt der Alkohol ins Blut.

Mythos 7: Durcheinander trinken macht einen schlimmen Kater
Alkohol ist Alkohol - es kommt auf die Menge an, nicht auf die Reihenfolge. Drei Gläser Rotwein können mehr als doppelt so viel reinen Alkohol enthalten wie zwei Schnäpse und eine Dose Bier. Allerdings: Wer den ganzen Abend bei einer Sorte Alkohol bleibt, hört in der Regel früher wieder auf – und nimmt dementsprechend weniger Alkohol zu sich als bei wechselnden Getränken.

Mythos 8: Alkoholfreies Bier enthält keinen Alkohol
Wer ganz auf den Kater verzichten will, greift zu alkoholfreien Bier, Sekt und Wein. "Sünde" ohne Reue und Promille? Keineswegs: alkoholfreies Bier, Wein oder Sekt dürfen bis zu 0,5 Prozent Alkohol enthalten. Laut Lebensmittelrecht gelten Getränke bis zu diesem Wert als alkoholfrei, erst ab 1,2 Prozent muss der genaue Alkoholwert auf der Flasche angegeben werden. Betrunken wird man davon allerdings nicht.

Stand: 14.06.2018, 15:44