Wie seriös sind Zinsportale?

Euromünzen auf der EU-Fahne

Wie seriös sind Zinsportale?

Von Ute Schyns

  • Ausländische Banken versprechen höhere Zinsen
  • Zinsportale wollen die Geldanlage vereinfachen
  • Sparer sollten die Risiken kennen

Bequemer Geldanlegen im Ausland

Die Zinsen im europäischen Ausland zu vergleichen, kann für Anleger durchaus lohnenswert sein. Viele scheuen jedoch den bürokratischen Aufwand. Zinsportale wie WeltSparen, Zinspilot und Savedo werben damit, die Geldanlage bei ausländischen Banken einfacher zu machen. Doch Anleger sollten die Risiken kennen. Die Onlineportale vermitteln in der Regel nur und kooperieren dabei mit unterschiedlichen Banken. Das Prinzip: Zunächst muss man sich bei dem Portal einmalig registrieren und ausweisen. Anschließend kann man bei der Partnerbank des Portals ein Konto eröffnen und von dort aus vergleichsweise komfortabel bei verschiedenen Banken Geld anlegen.

Nicht ohne Risiko

Anleger sollten jedoch wissen, dass die Geldanlage selbst bei vermeintlich „sicheren“ Sparanlagen innerhalb der EU mit Risiken verbunden ist. Zwar sollen nach europäischem Recht bei Banken mit Sitz in der EU pro Bank und Kunde Sparanlagen bis zu 100.000 Euro über die Sicherungssysteme des jeweiligen Landes geschützt sein. Doch die sind unterschiedlich gut gefüllt. Und wenn das Geld in den nationalen Sicherungstöpfen nicht reicht, muss der Staat des jeweiligen Landes einspringen. Doch ob das im Krisenfall reibungslos funktioniert, hängt vor allem von der Wirtschaftskraft des Landes ab.

Nicht alle EU-Länder gleich sicher

Verbraucherschützer sind skeptisch, ob zum Beispiel Länder wie Bulgarien und Rumänien das bei einer Bankpleite hinbekommen. Grundsätzlich raten sie bei Ländern aus der östlichen und südlichen Peripherie der EU eher zur Vorsicht. Orientieren können sich Anleger zum Beispiel an der Bewertung der großen Ratingagenturen.

Es gibt noch andere Knackpunkte

Ein anderer Punkt sind die Steuern. In einigen Ländern müssen Anleger auf Zinsen Quellensteuern zahlen. Es kann aufwendig und schwierig werden, sich diese später über die Steuererklärung zurückzuholen. Zudem sollten Anleger darauf achten, dass Zinsen mindestens einmal jährlich ausgezahlt und mit verzinst werden.

Gute Angebote im Ausland

Die Stiftung Warentest zum Beispiel vergleicht regelmäßig die Konditionen beim Tagesgeld und beim Festgeld – auch von europäischen Banken. Geprüft werden dabei auch Angebote von Zinsportalen. Laut Auswertung der Zeitschrift Finanztest (April 2018) lag das beste Angebot beim Tagesgeld bei 0,8 Prozent und beim Festgeld, Laufzeit zwei Jahre, bei 1,06 Prozent.

Wie seriös sind Zinsportale?

WDR 2 Servicezeit 07.05.2018 03:07 Min. WDR 2

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Stand: 07.05.2018, 16:00