Weniger Arbeit, mehr Freizeit

Weniger arbeiten, mehr planschen: Welche Modelle machen das möglich?

Weniger Arbeit, mehr Freizeit

Geld ist nicht alles im Leben – das stellen gerade Berufstätige mit stressigen Vollzeitstellen nach einiger Zeit im Job fest. Und es gibt mehrere Modelle, bei der Arbeit kürzer zu treten.

Island hat es bereits ausprobiert: Über mehrere Jahre haben Beschäftigte nur vier statt fünf Tagen gearbeitet – bei vollem Gehalt. Ergebnis: Die Mitarbeiter waren genauso produktiv und vor allem gesünder. Ähnliche Versuche gibt es auch in Japan und Neuseeland. Auch in Deutschland gibt es bereits Rahmenbedingungen, mit denen Beschäftigte ihre Arbeitszeit reduzieren können – allerdings in der Regel auf Kosten des Einkommens.

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Teilzeit

Generell ist es gesetzlich geregelt, dass festangestellte Beschäftigte, beruflich kürzer treten können. Allerdings gilt das nur für Mitarbeiter von Unternehmen mit mehr als 15 Angestellten, außerdem muss das Arbeitsverhältnis mindestens ein halbes Jahr bestehen. Wenn ein Arbeitgeber einen Antrag auf Teilzeit ablehnt, braucht er dafür gute Gründe.

Der Anspruch auf Teilzeit gilt übrigens auch für Führungskräfte. Und: Wer in Teilzeit arbeitet darf deswegen beruflich keine Nachteile haben – so steht es zumindest im Teilzeit- und Befristungsgesetz. Manche Beschäftigte schrecken trotzdem davor zurück ihre Arbeitszeit zu reduzieren, weil sie fürchten, dass sich ihre beruflichen Aufstiegschancen dadurch verschlechtern.

#10 So findest Du raus, was Deine Arbeit wert ist

Economista 07.03.2021 23:39 Min. Verfügbar bis 07.03.2022 WDR Online


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Brückenteilzeit

Die Besonderheit der sogenannten Brückenteilzeit ist, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit hier nur für einen begrenzten Zeitraum reduzieren. Sie können dabei zwischen mindestens einem und maximal fünf Jahren wählen. Voraussetzungen ist ebenfalls, dass das Arbeitsverhältnis seit mindestens einem halben Jahr besteht, außerdem muss das Unternehmen mehr als 45 Mitarbeiter haben.

Jobsharing

Etwas anders sieht es beim Jobsharing aus. Hier teilen sich zwei oder mehr Arbeitnehmer die gleiche Vollzeitstelle. Im Gegensatz zur klassischen Teilzeit arbeiten die Beschäftigten im Jobsharing eng zusammen und teilen sich Aufgaben und Verantwortung. Das Ziel ist, dass sie intern aber auch vor allem im Kontakt mit Kunden oft als ein und dieselbe Person wahrgenommen werden. In der Praxis kommt dieses Modell oft in Führungspositionen zum Einsatz.

Sabbatjahr

Eine andere Möglichkeit, beruflich etwas kürzer zu treten, ist ein so genanntes Sabbatjahr. Dahinter verbirgt sich im Grunde ein längerer Urlaub. Nach ihrer Auszeit kehren die Beschäftigten wieder an ihren Arbeitsplatz zurück. Dazu verzichten sie eine Zeit lang auf einen Teil ihres Gehalts oder arbeiten ohne Lohnausgleich mehr, als sie eigentlich müssten und brauchen die angesammelten Stunden und Tage dann in ihrem Sabbatjahr auf. Ihr Gehalt bekommen sie dann weiterhin, obwohl sie nicht arbeiten.

Beamte und Angestellte im Öffentlichen Dienst haben einen Rechtsanspruch auf ein Sabbatjahr, ansonsten ist eine solche Auszeit in Arbeits- und Tarifverträgen geregelt oder Verhandlungssache.

Stand: 03.09.2021, 18:11