Tipps: Was tun bei einem Autounfall im Ausland?

Unfall im Ausland - wenn die Versicherung nicht zahlt Servicezeit 14.10.2019 04:16 Min. UT Verfügbar bis 14.10.2020 WDR Von Burkhard Vorländer

Tipps: Was tun bei einem Autounfall im Ausland?

  • Tipps zu Ferienbeginn: Was tun bei einem Autounfall im Ausland?
  • Europäischer Unfallbericht gehört ins Handschuhfach
  • Schadensregulierung kann dauern

Mit dem Auto ins Ausland: Für viele ist der eigene PKW immer noch das Reisemittel der Wahl. Was tun, wenn man in einen Unfall verwickelt wird? Hier gibt es Tipps.

Vor Antritt der Reise: Stimmt die Versicherung?

Verkehrspolizist stellt Knöllchen aus.

Für eine Fahrt in EU-Länder reicht die Kfz-Haftpflichtversicherung. Je nach Wert des Autos empfiehlt sich eine Teil- oder Vollkaskoversicherung - Infos, die auf der grünen Versicherungskarte festgehalten sind. Wer in ein Nicht-EU-Land reist, sollte grundsätzlich prüfen, ob die Versicherung gilt.

Ins Handschuhfach gehört auch ein Europäischer Unfallbericht, den es kostenlos bei den Versicherungen und Autoclubs gibt - mit Durchschlägen in allen wichtigen Sprachen.

Ein Unfall - was tun?

Passiert ein Unfall, heißt es Ruhe bewahren. Verkehrsanwälte empfehlen, dass in jedem Fall die Polizei gerufen wird, damit die Schuldfrage schon am Unfallort geklärt werden kann. Wenn die unklar bleibt, kann das im Europäischen Unfallbericht vermerkt werden - zusammen mit den Daten der Beteiligten und dem Unfallhergang.

Unfallaufnahme auf eigene Faust

In manchen Ländern rückt die Polizei nur an, wenn Personen zu Schaden gekommen sind. Da heißt es, selbst möglichst viele Fotos zu machen: vom Unfallort, von den Splittern auf dem Boden und von den Schäden am Auto. Außerdem von Personalausweis, Führerschein und Kennzeichen des Unfallgegners. Hat es Verletzte gegeben, sollte man später möglichst präzise Atteste aus dem Krankenhaus besorgen.

Nach dem Unfall: Versicherungen anrufen

Wenn der Bericht ausgefüllt ist, heißt es telefonieren. Grundsätzlich gilt: Wenn man Schuld oder die Haftungslage nicht ganz klar ist, muss man laut ARCD die eigene Versicherung kontaktieren. "Sie kümmert sich dann um das weitere Vorgehen."

Wenn man aber unverschuldet in Europa einen Unfall erleidet, kann man sich an den Beauftragten der ausländischen Versicherung in Deutschland wenden, der den Auftrag in deutscher Sprache bearbeitet. Eine Liste aller Beauftragten gibt es beim Zentralruf der Autoversicherer.

Am bequemsten fährt man, wenn man vorher eine Auslandsschadensschutz-Versicherung abgeschlossen hat. Die übernimmt die komplette Schadenabwicklung und kommt auch für fremdverursachte Schäden auf. Wichtig auf jeden Fall: Die Absprachen sollten dokumentiert und eine Zusammenfassung per Mail an die Versicherung geschickt werden.

Schadensregulierung kann dauern

Die Schadensregulierung kann sich hinziehen - da heißt es Geduld haben. Das Gesetz sagt klar: "Die Eilbedürftigkeit auf Seiten des Geschädigten ändert nichts an der Bearbeitungszeit des Verfahrens." Immerhin hat man Anspruch auf Erstattung der Zinsen, wenn das Auto so demoliert wurde, dass man ein neues kaufen muss.

Wie komme ich an ein Ersatz-Auto?

Ohne Auto kommt man auch im Urlaubsland nicht von A nach B. Die Kosten für einen Mietwagen sind mit einem Schutzbrief gedeckt, die es bei den Automobilclubs oder, meist günstiger, bei den KfZ-Versicherungen gibt.

Wer keinen Schutzbrief hat, kann sich die Kosten auch von der gegnerischen Versicherung erstatten lassen. Aber: Wer zum Beispiel mit einem VW-Golf unterwegs war, darf sich keinen Audi A8 leihen.

Stand: 14.10.2019, 09:32