Autokauf mit Umweltprämie – Tücken im Detail

Auto fährt über Euromünzen

Autokauf mit Umweltprämie – Tücken im Detail

Von Jörg Marksteiner

  • Umweltprämie für Altdiesel bis 31.12.
  • Jeder Hersteller hat eigene Regeln
  • EU-Neufahrzeuge bekommen keine Prämie
  • Nicht einfach „Preis minus Prämie“ rechnen
  • Probleme bei Gebrauchtwagen

Noch bis zum Ende des Jahres bieten viele Autohersteller die Umweltprämie: Wer seinen alten Diesel abgibt, erhält je nach Hersteller einen Zuschuss von einigen Tausend Euro. Die Voraussetzungen bestimmen die Hersteller allerdings selbst. Das bedeutet: Wer die Prämie nutzen will, sollte genug Zeit für die Suche einplanen – es lauern einige Fallen.

Vorsicht bei EU-Fahrzeugen

Wer auf großen Online-Autobörsen wie beispielsweise mobile.de, autoscout24.de nach einem Neuwagen sucht, bekommt – je nach Modell - häufig EU-Fahrzeuge angezeigt. Das sind Autos, die ursprünglich für ein anderes Land hergestellt und nach Deutschland importiert wurden. Auch wenn manche Preise günstig scheinen: Für diese Autos gibt es keine Umweltprämie! Ärgerlich: Mitunter erfahren Kunden erst auf den Seiten des jeweiligen Händlers oder sogar erst durch einen Anruf, ob es sich um eine EU-Ausführung handelt.

Autokauf mit Umweltprämie

WDR 2 Servicezeit | 23.11.2017 | 03:08 Min.

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Andere Prämien und Jahreswagen

Selbst wer ein deutsches Modell entdeckt: Einfach angezeigten Preis minus Umweltprämie des Herstellers abziehen – das funktioniert nicht immer. Manche Händler haben in den angegebenen Preis nach eigenen Angaben intern schon andere Prämien eingerechnet, die sie mit den Herstellern ausgehandelt haben. Soll die Umweltprämie genutzt werden, entfällt diese andere Prämie mitunter. Sprich: Der tatsächliche Wagenpreis steigt, bevor die Umweltprämie abgezogen wird. Besonders ärgerlich für die Kunden: Sie können nicht vorab erkennen, sondern müssen jedes Mal nachfragen.

Ein anderes Ärgernis sind Jahreswagen. Einige Hersteller wie VW oder Audi oder auch Autohäuser werben damit, dass sie auch beim Kauf eines jungen Gebrauchtwagens eine Prämie zahlen, in der Regel sind das 75 Prozent der Neuwagen-Umweltprämie. Doch einfach einen günstigen Gebrauchten oder eine Tageszulassung aussuchen und Prämie abziehen – auch das funktioniert nicht! In Stichproben erklärten Autohändler mitunter, dass die Gebrauchtwagen-Umweltprämie nur bei ausgewählten Wagen wie den so genannten „Werksdienstwagen“ gelte. Sprich: Das Auto muss vorher auf den Hersteller zugelassen gewesen sein. Gleiches gelte für Vorführwagen. Das schränkt die Auswahl natürlich erheblich ein. Gleichzeitig müssen Kunden aufwändig nachsehen oder nachfragen, wer bislang Halter des Wagens war. Nicht alle Händler weisen direkt aus, ob bei den angebotenen Autos die Umweltprämie genutzt werden kann.

Umweltprämie ist kein staatliches Angebot

Ohnehin gilt: Anders als die damalige Abwrackprämie nicht staatlich, sondern ein freiwilliges Angebot der Hersteller. Das bedeutet, sie entscheiden selbst, ob und wie viel Geld sie beim Kauf welchen Modells dazu geben, wenn der Altwagen verschrottet oder in Zahlung genommen wird. Das bedeutet, Kunden müssen je nach Hersteller und Händler vergleichen. Einen Anspruch auf bestimmte Summen haben sie nicht. Tendenziell gilt: Je teurer der Neuwagen, desto höher die gezahlte Prämie.

Wie richtig vorgehen?

Wer seinen alten Pkw abgeben und mit der Umweltprämie gegen einen Neuwagen eintauschen will und bereits genau weiß, welches Modell er möchte, kann dafür auch Online-Neuwagenvermittler nutzen. Diese rechnen die Prämie direkt ein. Dabei konfiguriert man den gewünschten Wagen und wird anschließend an ein Autohaus in der Region vermittelt, das diesen Preis garantiert. Kaufvertrag und Bezahlung wird dann direkt mit dem Händler abgewickelt.

Wichtig zu wissen: Um in den Genuss der Umweltprämie zu kommen, reicht es, wenn vor dem 31.12.2017 der Vertrag geschlossen wird. Eine Auslieferung kann auch später erfolgen. Auch die teilweise verlangte Verschrottung des alten Diesels kann in der Regel vier Wochen nach Zulassung des neuen Autos erfolgen.

Stand: 23.11.2017, 10:50