Tickets auf dem Zweitmarkt: teuer und riskant

Tickets auf dem Zweitmarkt: teuer und riskant

  • Auf dem Zweitmarkt müssen kräftige Zuschläge bezahlt werden
  • Verbraucherzentrale rät vom Kauf auf den Portalen ab
  • Vorsicht bei personalisierten Tickets

Einkaufen auf dem Ticket-Zweitmarkt kann schnell teuer werden. Nicht selten werden die Eintrittskarten für den doppelten Preis angeboten. Beispielsweise für die aktuelle Tournee von Helene Fischer: Statt 59,80 Euro werden auf Zweitmarktbörsen auch mal 120 Euro verlangt. Wer dennoch Tickets auf diesen Kanälen kaufen möchte, muss zudem aufpassen, am Ende nicht mit einem ungültigen Ticket in der Schlange zu stehen.

Portale für Tickets

Die gängigen Portale im Netz heißen Viagogo, Stubhub, Seatwave, Tickettube oder Fansale. Bei ihnen sind Tickets für alle möglichen Events zu haben. Der Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft zählt etwa 20 verschiedene Zweitmarkt-Portale, die Tickets von privat weitervermitteln. Und das ist auch schon der entscheidende Unterschied: Diese Portale werden nicht vom offiziellen Veranstalter betrieben und sie verkaufen die Tickets auch nicht selbst. Sie vermitteln nur Tickets von Privatpersonen. Auch wenn manche Portale einen anderen Anschein erwecken.

Zahlreiche Beschwerden über Portale

Die Verbraucherzentrale rät davon ab, bei solchen Portalen Tickets zu kaufen, denn Beschwerden haben massiv zugenommen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr waren es laut den Marktwächtern der Verbraucherzentralen dreimal so viele Kundenbeschwerden  über solche Portale. Die Kunden beschweren sich den Angaben zufolge über zu hohe Preise, falsche Informationen zu Veranstaltungen, aggressive Werbung, Zusendung falscher Tickets und fehlende Reklamationsmöglichkeiten.

Überhöhte Preise, keine Garantie

Die Probleme sind zahlreich: Der Käufer hat meist keinerlei Garantie, dass das Ticket rechtzeitig bei ihm ankommt. Es besteht außerdem das Risiko, dass der Käufer unbrauchbare personalisierte Tickets bekommt. Manchmal kommt auch gar kein Ticket an, weil Betrüger am Werk sind. Und vor allem sind die Preise für Tickets beliebter Veranstaltungen oft exorbitant hoch, viel höher als der Originalpreis.

Vorsicht vor personalisierten Tickets

Um den Schwarzmarkthandel einzudämmen, personalisieren mittlerweile viele Veranstalter die Tickets. Bei einer Ausweiskontrolle wird der Käufer dann nicht eingelassen. Der Veranstalter kann die Karte zwar auf einen anderen Namen umschreiben, aber ist dazu rechtlich nicht verpflichtet. Hier sollte sich der Käufer im Vorfeld unbedingt erkundigen, ob diese Möglichkeit besteht.

Ticketkauf ohne böse Überraschungen

Wie es auch anders geht, zeigen mittlerweile einige Fußballvereine wie Borussia Dortmund, Bayern München, Borussia Mönchengladbach oder auch VfL Bochum. Sie haben autorisierte Zweitmarkt-Börsen ins Leben gerufen, um gegen den Schwarzmarkthandel vorzugehen. Hier können Fans ihre Karten zum Originalpreis weiterverkaufen. Die großen offiziellen Tickethändler Eventim und Ticketmaster haben mit Fansale und Seatwave ebenfalls Zweitmarkt-Portale ins Leben gerufen. Auch Konzertveranstalter wollen dem Beispiel der Fußballvereine folgen und solche Portale starten.

Stand: 20.02.2018, 12:09