Gelsenkirchen bundesweit Schlusslicht beim Einkommen

Lohn- und Gehaltsabrechnung, Euro-Scheine und Münzen

Gelsenkirchen bundesweit Schlusslicht beim Einkommen

  • Durchschnittliches verfügbares Einkommen liegt in NRW bei 21.614 Euro
  • NRW liegt damit leicht unter dem Bundesschnitt
  • Große regionale Unterschiede

Das Statistische Bundesamt ermittelt regelmäßig das durchschnittlich verfügbare Pro-Kopf-Einkommen der Haushalte in Deutschland. Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hat diese Daten in einer Studie zusammengefasst - und stellt fest, dass es sowohl bundesweit als auch in NRW große regionale Unterschiede gibt.

Verfügbares Einkommen - Veränderung von 2000 bis 2016

Das zeigt ein Blick auf die Höhe des verfügbaren Pro-Kopf-Einkommens. In Starnberg - dem Kreis mit dem höchsten Wert - stehen jedem Haushalt pro Kopf 34.987 Euro zur Verfügung. In Gelsenkirchen, der Stadt mit dem niedrigsten Wert ist es nicht mal die Hälfte: 16.203 Euro.

Gelsenkirchen auf einem Niveau mit Korsika

Damit liegt das Einkommen in den schwachen Ruhrgebietsstädten wie Gelsenkirchen etwa auf dem Niveau von Italien, der Insel Korsika und Katalonien. In NRW liegt das verfügbare Einkommen im Durchschnitt bei 21.614 Euro.

Stichwort: Durchschnittlich verfügbares Einkommen

Das Statistische Bundesamt versteht unter verfügbarem Einkommen alle Einnahmen eines Haushalts, die zum Konsum oder zum Sparen zur Verfügung stehen. Einkommens- und Vermögenssteuern sowie Sozialbeiträge sind davon bereits abgezogen.

Mit Abstand am besten schneidet der Kreis Olpe mit über 27.000 Euro ab, gefolgt vom Großraum Düsseldorf. Im Kreis Mettmann liegt das verfügbare Einkommen bei über 25.000 Euro. Düsseldorf und der Rhein-Kreis-Neuss erreichen ähnliche Werte.

Vergleich der Entwicklung seit dem Jahr 2000

Spannend ist beim Einkommensvergleich vor allem der Blick auf die Entwicklung seit dem Jahr 2000. Das Sauerland und das gesamte Münsterland zeigen hier die besten Werte. Die ohnehin hohen durchschnittlichen Einkommen haben sich dort sogar noch kräftig gesteigert. NRW-weit liegt der Zuwachs seit 2000 bei fünf Prozent - Werte, von denen viele Städte nur träumen können.

Stagnation in den Städte, Zuwachs auf dem Land

In Düsseldorf - mit 24.882 Euro bundesweit auf Rang drei der großen Städte - stagniert der Zuwachs im untersuchten Zeitraum. In neun NRW-Städten - darunter Gelsenkirchen, Essen, Duisburg und Wuppertal - sind die verfügbaren Einkommen seit 2000 sogar gesunken.

Redaktioneller Hinweis: In einer früheren Version des Beitrags haben wir uns im Text zum Teil auf das durchschnittlich verfügbare Haushaltseinkommen bezogen. Bei den Werten handelt es sich aber um das durchschnittlich verfügbare Pro-Kopf-Einkommen der privaten Haushalte. Das haben wir korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Stand: 24.04.2019, 13:50