Geldanlage in Zeiten von Niedrigzinsen

Geldscheine liegen neben einem Sparbuch

Geldanlage in Zeiten von Niedrigzinsen

  • Niedrige Zinsen, aber die Inflation ist gestiegen
  • Der Durchschnittsparer verliert Geld
  • Deutschland besonders betroffen
  • Kredite zurückzahlen, um Geld zu sparen

Viele Banken verzinsen Guthaben auf Sparbüchern oder Tagesgeldkonten gar nicht mehr oder nur noch sehr gering. Auch ein Festgeldkonto verspricht nur leicht höhere Zinsen. Grund: Die Europäische Zentralbank hat nach der Finanzkrise den Leitzins bis auf null Prozent abgesenkt, um den Krisen-Staaten, vor allem in Südeuropa, zu helfen.

Während der Leitzins weiterhin bei null Prozent liegt, ist die Inflationsrate seit Anfang 2016 aber deutlich angestiegen: von 0,5 Prozent auf zwei Prozent. Damit verliert der klassische Sparer kontinuierlich Geld.

Wie rettet man sein Erspartes?

WDR 5 Profit - Topthemen aus der Wirtschaft 22.08.2018 04:44 Min. WDR 5

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Deutsche Sparer besonders betroffen

Die Niedrigzinsphase trifft die Deutschen stärker als viele europäische Nachbarn. Denn in Deutschland waren im Vergleich zu anderen europäischen Ländern die Mieten jahrelang relativ moderat. Gleichzeitig gibt es hierzulande ein vergleichsweise gutes System der Altersabsicherung.

Darum leben sehr viele Menschen zur Miete, während beispielsweise in Spanien schon immer Wohneigentum zur Altersvorsorge angeschafft wurde.

Die Deutschen bringen traditionell ihr Geld zur Bank. Dabei sind sie im europäischen Vergleich aktienscheu, zahlen ihr Geld lieber sicher auf ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto ein. Diese Konten sind aber besonders betroffen von der Niedrigzinspolitik der EZB.

Anlagetipps für die Niedrigzinsphase

Wer Geld auf der hohen Kante hat, sollte versuchen, Kredite ganz oder teilweise zurückzuzahlen. Ganz wichtig ist, dass man bei der aktuellen Niedrigzinsphase seinen Dispokredit möglichst schnell zurückzahlt. Für den muss man in Deutschland im Durchschnitt fast zehn Prozent Zinsen zahlen.  

Grundsätzlich sollte sich jeder einen Notgroschen von mindestens drei Monatsnettogehältern zurücklegen für den Fall, dass Waschmaschine, Auto oder Ähnliches kaputt geht. Das raten die Verbraucherzentralen. Da man im Notfall schnell an das Geld kommen sollte, muss es zwangsläufig auf einem schlecht oder gar nicht verzinsten Konto wie dem Tagesgeldkonto liegen, das sich schnell plündern lässt.

Anlage in Fonds für langfristige Überschüsse

Hat man schon eine gute Altersvorsorge und noch darüber hinaus frei verfügbares Geld, kann es laut Verbraucherzentralen NRW Sinn machen, einen Teil des Geldes in weltweit gestreute Aktienindexfonds (ETFs) anzulegen.

Langfristig liegt die Rendite dort oft bei über fünf Prozent. Aber Vorsicht: Dafür sollte man nur Geld nehmen, das man die nächsten fünf bis zehn Jahre nicht braucht. Denn zwischenzeitlich können diese Fonds auch mal Verluste machen.  

Stand: 22.08.2018, 17:54