Stromsperre – was tun?

Steckdosenleiste liegt auf Geldscheinen

Stromsperre – was tun?

Von Anne Schneider

Handystecker in die Dose - schwupps ist das Smartphone wieder geladen. Wein zu warm? Schwupps, in den Kühlschrank - schon hat er die richtige Temperatur. Wie praktisch. Wie normal.

Allerdings brauchen wir dafür: Strom. Und den haben viele Haushalte nicht. Im vergangenen Jahr wurde rund 330.000 Haushalten in Deutschland  der Strom abgestellt. Die Bewohner konnten schlicht ihre Rechnung nicht bezahlen.

Stromsperre - was tun?

WDR 2 Servicezeit | 23.10.2017 | 03:38 Min.

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Wann darf der Strom abgedreht werden?

Wenn man mal in Verzug mit einer kleinen Rechnung kommt, darf der Anbieter nicht sofort den Strom abdrehen. Nach den gesetzlichen Vorschriften, müssen folgende Faktoren zusammen kommen:

  • Die Stromschulden müssen mindestens 100 Euro betragen.
  • Der Anbieter muss die Sperre vier Wochen vorher ankündigen und dann noch mal drei Werktage, bevor wirklich abgeklemmt wird.
  • Die Sperre muss verhältnismäßig sein. Nicht verhältnismäßig wären geringe Schulden, aber eine besondere Härte für den Haushalt, wenn der Strom abgestellt wird. Zum Beispiel, weil kleine Kinder zum Haushalt gehören.
  • Und – ganz wichtig: Der säumige Kunde hat dem Energieversorger nicht in Aussicht gestellt, dass er die Schulden demnächst zahlt.

Was kann ich tun, wenn ich davon betroffen bin?

  • Auf jeden Fall reagieren – auch wenn es unangenehm ist. Die Energieversorger haben nämlich grundsätzlich auch kein Interesse daran, ihren Kunden den Strom abzuklemmen. Das macht nämlich viel Arbeit und ist teuer. Und für den Kunden wird das Aufheben der Sperre noch mal extra teuer.
  • Wer alleine nicht weiter kommt oder Zweifel daran hat, dass die Energiesperre berechtigt ist, kann sich Hilfe holen. Zum Beispiel kostenlos bei einer Beratungsstelle im Rahmen des Landesmodellprojekts "NRW bekämpft Energiearmut". Daran beteiligen sich unter anderem 15 Verbraucherberatungsstellen, die örtlichen Energieversorger und die Caritas. Sie beraten in dem konkreten Fall und schauen sich dabei auch die Haushaltsfinanzen insgesamt an.
  • Ganz oft ist Ratenzahlung möglich. Allerdings in der Regel nur auf offene Forderungen aus der Endabrechnung und nicht auf die offenen Abschläge. Wenn keine Ratenzahlung möglich ist, kann man sich an das Jobcenter bzw. das Sozialamt wenden. Wird der Antrag auf Übernahme der Schulden bewilligt, erfolgt das aber in der Regel als Darlehen. Das heißt, das Darlehen muss in den folgenden Monaten zurück gezahlt werden.

Stand: 23.10.2017, 00:00