Digitale Hilfe beim Online-Schuhkauf

Digitale Hilfe beim Online-Schuhkauf

  • Schuhhändler verzeichnen hohe Retourenquote
  • Software soll Füße besser vermessen
  • Schuhe landen im Computertomographen

Schuhgröße ist nicht gleich Schuhgröße. Bei der einen Marke fallen die Treter kleiner aus, bei der anderen deutlich größer. Schuhe online zu bestellen ist daher immer ein Risiko. Die Konsequenz: Onlinehändler verzeichnen gerade bei Schuhen eine hohe Retouren-Quote. Denn viele Kunden bestellen das gewünschte Paar gleich in zwei oder drei Größen, um zuhause in Ruhe die richtige herauszufinden. Schließlich ist das Zurücksenden kostenlos.

Händler beklagen hohe Kosten durch Retouren

geöffneter Schuhkarton

Online bestellt: Vorsichtshalber in zwei Größen

Zwar macht der Verkauf von Schuhen bisher gerade mal 1,3 Prozent des Gesamtumsatzes im Onlinehandel aus. Doch der Trend ist steigend, und für die Onlinehändler sind die Rücksendungen ein Problem: Im Schnitt 15 Euro zahlt der Händler pro retourniertem Paar Schuhe - das ergab eine Studie der Universität Bamberg.

"Regelmäßig bitter enttäuscht"

Eine Studie des Händlerbunds, dem größten europäischen Onlinehandelsverband, zeigt, dass Online-Händler für den Weiterverkauf retournierter Ware in der Regel einen Preisnachlass von 35 Prozent gewähren, um die Artikel noch loszuwerden.

Schuhe werden per CT durchleuchtet

Röntgenbilder eines Schuhs

Röntgenbilder eines Schuhs

Um diesen Trend zu stoppen, müssten die angebotenen Produkte auf den Internetseiten noch viel präziser beschrieben und dargestellt werden, damit Kunden gezielter bestellen können. Helfen könnte da die Idee eines Startup-Unternehmens aus Duisburg: In einem Computertomographen vermisst die junge Firma Mifitto jeden einzelnen Schuh, den ein Händler anbietet. So lassen sich online genaueste Angaben zu Länge, Breite und Form machen.

Software rechnet passende Größe aus

Schuhkartons laufen in Computertomographen ein

10.000 Schuhe täglich im Computertomographen

10.000 Schuhe kann die Duisburger Firma so pro Tag vermessen, über zwei Millionen Artikel hat sie in ihrer Datenbank. Passend dazu gibt es eine Smartphone-App, über die der Kunde zuhause seinen eigenen Fuß fotografiert. Die Maße werden analysiert und mit den Daten der Schuhe abgeglichen. Schließlich rechnet das Programm aus, in welcher Größe der Kunde seinen gewünschten Schuh bestellen sollte.

Per Avatar zur richtigen Kleidungsgröße

Mehrere Onlineshops verwenden diesen Service bereits. Auch im Bereich Kleidung gibt es Ideen, wie Kunden künftig passgenau bestellen können. Die Londoner Firma Metail vermisst die angebotenen Textilien - Röcke, Kleider, Hosen, Oberteile - fotografisch, der Kunde bastelt sich unterdessen online eine Art Avatar von sich selbst: Körperdaten wie Hüftumfang, Größe, Gewicht oder Schulterbreite ergeben ein Modell, das dann online wie eine Schablone auf die Daten der Kleidungsstücke gelegt werden kann.

Stand: 15.08.2018, 15:29