Streitfall Resturlaub – Welche Regeln gelten?

Resturlaub, Kalender

Streitfall Resturlaub – Welche Regeln gelten?

Von Annika Krooß

  • Übertragung nur auf das 1. Quartal im nächsten Jahr
  • Ausnahmen z.B. bei Elternzeit
  • Auszahlung nur bei Kündigung

Urlaubsanspruch

Grundsätzlich haben Arbeitnehmer nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub. Dieser wird bezahlt und muss jährlich mindestens 24 Werktage umfassen. Andere Vereinbarungen müssen im Arbeitsvertrag verbindlich festgehalten werden. Der Arbeitnehmer muss selbst an seinen Urlaubsanspruch denken.

Resturlaub

Resturlaub sind die Urlaubstage, die ein Arbeitnehmer am Ende des Jahres noch nicht genommen hat bzw. die ihm noch nicht gewährt wurden. Das kann betriebliche Gründe haben, etwa wenn viele Kollegen krank waren oder es übermäßig viel im Betrieb zu tun gab. In solchen Fällen ist eine Übertragung nach §7 Abs.3 BUrlG gestattet.

Übertragung

In solchen Ausnahmen kann der Resturlaub ins nächste Jahr übertragen werden, muss aber im 1. Quartal (bis zum 31. März) genommen werden. Wird ein Arbeitnehmer während seines Urlaubes krank, werden diese Tage nicht angerechnet. Er kann sie nachholen, sobald er wieder gesund ist.

Die Regelung beim Resturlaub

WDR 2 Servicezeit | 27.11.2017 | 02:29 Min.

Download

Elternzeit

Der Resturlaub nach der Elternzeit bleibt in vollem Umfang erhalten. Entscheidend ist, dass der Arbeitnehmer seit mindestens sechs Monaten vor der Elternzeit im Betrieb angestellt war. In dem Fall ist es möglich, den Resturlaub im Verlauf des gesamten neuen Jahres zu nehmen. Die Urlaubstage verfallen nicht.

Krankheitsfall

Bei Langzeiterkrankungen bleibt der Urlaubsanspruch bis zur Genesung gültig. Er verfällt erst nach 15 Monaten. Fällt der Arbeitnehmer krankheitsbedingt über die ersten drei Monate des nächsten Jahres aus, verfällt der Resturlaub nicht. Er muss aber, sobald er wieder gesund ist, den Resturlaub zeitnah nehmen.

Auszahlung

Eine Auszahlung ist nicht rechtens. Ausnahmen gibt es nur bei einer Kündigung. Kann der Resturlaub bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses nicht mehr genommen werden, weil zum Beispiel noch die Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters notwendig ist, muss der Resturlaub ausgezahlt werden. 

Sonderfälle

Der Resturlaub ist nicht nur vom Bundesurlaubsgesetz geregelt. Entscheidend sind auch betriebliche Verordnungen und vor allem tarifliche Vereinbarungen. Für manche Branchen gelten Tarifverträge mit eigenen Regelungen.

Stand: 27.11.2017, 09:54