Ärger im Urlaub: So gibt's Geld zurück

Ärger im Urlaub: So gibt's Geld zurück

  • Reisemangel muss dokumentiert werden
  • Zwei Jahre Zeit für die Anzeige beim Reisebüro
  • Schadenersatz nur in schweren Fällen

Wenn es mit der Erholung im Urlaub nicht klappt, weil das Hotel dreckig oder der Strand eine Baustelle ist, kann die Aussicht auf eine Rückerstattung der Reisekosten den Ärger vielleicht etwas mildern.

Die Voraussetzung für Entschädigung ist ein Reisemangel

"Ein Reisemangel liegt dann vor, wenn Sie vor Ort nicht das erhalten, was man Ihnen versprochen hat", erklärt Beate Wagner von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Ein Mangel ist immer vom Einzelfall abhängig. Es kommt letztlich darauf an, was bei der Buchung zugesichert wurde oder nach den gewöhnlichen Umständen zu erwarten ist. Steht im Reisekatalog zum Beispiel, dass das Hotel einen Sandstrand hat, dann reicht ein Kiesstrand nicht aus. Oder auch ein Badezimmer voller Schimmel ist als ein solcher Mangel anzusehen.

Pauschalreisende sind im Vorteil

Geht es später darum Geld zurückzuverlangen, haben es Pauschalreisende deutlich einfacher. Individualreisende müssen sich an ihren jeweiligen Vertragspartner - also den Vermieter oder den Wirt - direkt wenden. Dazu kommt, dass dann womöglich noch ausländisches Recht anzuwenden ist. Pauschalreisende hingegen finden immer im Reiseveranstalter ihren Ansprechpartner – und der muss sich, wenn der Reiseveranstalter ein deutsches Unternehmen ist, auch an deutsches Recht halten.

Noch vor Ort Beweise sammeln

Kommt es zu einem Mangel, müssen Urlauber sofort vor Ort tätig werden. Noch am Urlaubsort müssen sie direkt den Ansprechpartner auf den Mangel hinweisen, damit er – soweit möglich – den Mangel beheben kann. Also zum Beispiel ein Zimmer mit einem schimmelfreien Bad zur Verfügung stellen.

Ändert sich daraufhin nichts, sollten Urlauber Beweise sammeln. Das können Fotos sein, aber auch Zeugen oder kurze Gesprächsprotokolle.

Reiseveranstalter informieren

Nach der Rückkehr gilt es dann dem Reiseveranstalter die Mängel anzuzeigen. Diese Mängelanzeige muss innerhalb von zwei Jahren erfolgen – und zwar am besten schriftlich.

Schadenersatz in besonders schweren Fällen

Zeigt sich der Reiseveranstalter dann nicht einsichtig, kommt es womöglich zum Prozess. Gerichte sprechen Urlaubern dann meist nur einen Teil des Reisepreises zu. In besonders schweren Fällen bekommen Reisende neben der bereits beschriebenen Preisminderung auch noch einen Anspruch auf Schadensersatz für die sogenannten "entgangenen Urlaubsfreuden".

Eine Übersicht darüber, was Gerichte bereits als Reisemängel bewertet haben, gibt es auf der Seite des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC).

Stand: 11.08.2018, 11:10