Technik wird intelligent

Technik wird intelligent

Von Hendrik Buhrs und Dennis Horn

Menschenähnliche Roboter, selbstständig denkende Computer oder Technik, mit der wir uns unterhalten können - das kannten wir bisher vor allem aus Hollywood. Jetzt sorgt der Fortschritt in der Technik dafür, dass aus diesen Ideen Realität wird - vor allem dank künstlicher Intelligenz.

"Hey Siri" oder "Okay Google" - solche Kommandos hört man ab und zu von technikbegeisterten Freunden, die mit ihren Smartphones sprechen. Jetzt treibt Amazon die Sprachsteuerung einen Schritt weiter, und zwar mit dem "cleveren Lautsprecher" Echo, den man sich als digitalen Assistenten zum Beispiel ins Wohnzimmer stellen kann.

Sprachassistenten verstehen uns immer besser

Die Sprachsteuerungstechnik von Amazon hört auf den Namen "Alexa" und funktioniert teilweise so gut, dass sie Produkte bestellt, die man nicht haben wollte. In den USA führte ein Fernsehbericht über die Puppenhaus-Order eines Mädchens dazu, dass bei den Zuschauern reihenweise neue Bestellungen ausgelöst wurden - die Amazon-Mikrofone reagierten auf den "Bestellwunsch“ des Fernsehmoderators. Diese Funktion lässt sich allerdings in den Geräteeinstellungen deaktivieren.

Der rund 180 Euro teure Echo und die abgespeckte Version Echo Dot für rund 60 Euro spielen auf Wunsch die bevorzugte Musik oder ein Hörbuch vor, steuern kompatible Lichtschalter oder Rollläden und antworten auf einfache Fragen wie nach der Wettervorhersage oder einer Bahnverbindung - vergleichbar mit den Dialogen, die sich mit den Spracherkennungssystemen von Apple oder Google führen lassen.

Die Stiftung Warentest merkt kritisch an, dass Amazon bei den Produktbestellungen (neben Puppenhäusern kann das komplette Amazon-Prime-Repertoire geordert werden) keine Preisvergleiche zu Konkurrenzanbietern zulässt. Außerdem werden zahlreiche Daten entweder vor Ort gespeichert oder an Amazon übermittelt. Wer Wert auf seine Privatsphäre legt, für den dürfte das clevere Kästchen eher ein Albtraum als eine Erleichterung für den Alltag sein.

Roboter werden immer menschenähnlicher

Auch außerhalb der eigenen Wohnung wird Technik intelligenter. Der Computerkonzern IBM zum Beispiel treibt mit seinem Supercomputer "Watson", der schon Schachweltmeister besiegt hat, verschiedene Anwendungen voran. Dazu gehört ein intelligentes Schaufenster, das schon vor dem Geschäft angepasst auf Alter und Kleidungsstil zeigt, was uns drinnen erwartet - uns dafür aber erst einmal fotografieren und dieses Foto im Netz Sekundenschnelle verarbeiten muss.

Das besondere an Systemen wie diesem: Sie beherrschen es, selbst zu lernen und ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Je mehr Menschen das digitale Schaufenster zum Beispiel fotografiert und sich damit seinen eigenen Erfahrungsschatz aufbaut, desto besser kann es bestimmte Typen und Kleidungsstile mit der Zeit erkennen.

Was passiert, wenn man Sprachassistenten und Künstliche Intelligenz nun auch noch mit menschlichem Aussehen verknüpft, zeigt der Roboter Pepper, der mit seinen großen Augen und seiner kleinen "Körpergröße" maximal unbedrohlich aussieht und in Zukunft als Empfangsroboter oder Museumsführer zum Einsatz kommen könnte - gleichzeitig aber zeigt, dass künstliche Intelligenz noch einen weiten Weg vor sich hat. Roboter werden zwar menschenähnlicher. Bis sie dieselben Fähigkeiten erlangt haben, vergehen aber wohl eher Jahrzehnte als Jahre.

Stand: 21.03.2017, 10:29