Neue Ideen bei der Paketanlieferung

Pakete auf Sackkarre

Neue Ideen bei der Paketanlieferung

Von Michael Bisping

  • Startup Packadoo sorgt für Paketlieferungen zum Arbeitsplatz
  • Faltbare Paketsäcke finden vor der Wohnungstür Platz
  • Mit dem Smarten Schloss findet der Postbote Einlass ins Haus in Amerika
  • In Köln und Bonn erprobt, funktionierte die Lieferung in den Kofferraum wunderbar

"Nur ein abgegebenes Paket ist ein gutes Paket". Wenn der erste Zustellversuch nicht klappt, bedeutet das Ärger beim Kunden und erhöhte Kosten und Aufwand bei den Paketdiensten. Zur Weihnachtszeit wird das Thema besonders heikel: Werden normalerweise "nur" rund 8 Millionen Pakete täglich verschickt, sind es kurz vor Weihnachten rund doppelt so viele.

Paketdienste und findige Startup-Unternehmen lassen sich einiges einfallen, um das "Paket-Abgabe-Problem" zu lösen. Ideen gibt es genug.

Idee 1: "Paketbutler" und Paketbox für den Vorgarten

Der "Paketbutler" ist eine kuriose Mischung aus Tasche und Kiste. Zusammengefaltet sieht er aus wie ein dickes Brett mit einer Zahlentastatur oben drauf. Man kann es über einen Gurt in die Haus- oder Wohnungstür einklemmen und so vor Diebstahl sichern. Der Bote kann den "Butler" mit einem Zahlencode öffnen, das Ding auseinanderziehen, das Paket hineinlegen und den "Butler" wieder verschließen. Das Praktische für den Kunden: Er kann den "Butler" wieder mit in die Wohnung nehmen und platzsparend verstauen. Kosten: 250 Euro.

Neue Wege der Paketzustellung

WDR 2 Servicezeit | 20.11.2017 | 03:08 Min.

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Viel solider und von der Funktionsweise (Öffnung über eine TAN-Nummer) ähnlich: Private Paketboxen für den "Hausgebrauch". Die kann man sich an die Hauswand schrauben oder in den Vorgarten einbetonieren. Die sind wesentlich stabiler, kosten aber auch mehr, je nach Größe kann das bis 800 Euro gehen.

Idee 2: Paketlieferung an den Arbeitsplatz

"Pakadoo" ist ein Startup, das Unternehmen die Logistik abnimmt, damit Mitarbeiter ihre Pakete an den Arbeitsplatz geliefert bekommen können. Unternehmen wie z.B. die Versicherung "Volkswohlbund" in Dortmund bieten ihren Mitarbeitern diesen Service an: Sie hat extra eine kleine Poststelle eingerichtet, wo die Privatpakete gelagert werden. Sobald das Paket von einem extra dafür geschulten Mitarbeiter eingescannt wurde, erhält der Mitarbeiter übers Handy die Nachricht: "Paket ist da!" Dann muss er es in der "Pakaodoo-Poststelle" nur noch abholen. Die Pakete werden über Pakadoo versichert, falls mal was schiefgeht. Motiv der Arbeitgeber für diesen Service: Mitarbeiterbindung.

Idee 3: Kuriose Zukunfts-Ideen – Anlieferung in den Kofferraum und direkt in die Wohnung

DHL hat schon die Paketanlieferung durch die Luft ausprobiert, per Paketdrohne. Bis das alltagstauglich wird, kann es allerdings noch lange dauern.

Viel realistischer und für den Alltagseinsatz in einem großen Feldversuch in Köln und Bonn schon erprobt: Die Paketanlieferung in den Kofferraum: Der DHL-Bote erfährt per GPS, wo man sein Auto abgestellt hat, und über eine Zugangs-TAN auf seinem Handrechner kann er das Auto für 30 Sekunden öffnen, um das Paket im Kofferraum zu verstauen.

In Amerika ist man noch einen Schritt weiter: Dort erprobt Amazon gerade die Zustellung bis in die Wohnung über "Amazon key": Die Boten erhalten über ein extra Schloss-System Zugang zur Wohnung und können die Pakete dort abstellen. Wenn sich die Tür öffnet, geht automatisch eine Kamera an, und der Kunde kann übers Smartphone nachverfolgen, dass gerade jemand seine Wohnung betritt. Ob solche Zustellungen ins Auto oder in die Wohnung aber langfristig funktionieren, steht in den Sternen.

Stand: 20.11.2017, 14:26