Private Pflegeversicherung: Sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen  Lösung?

Pflegenotstand

Private Pflegeversicherung: Sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen  Lösung?

Von Birgit Eger

  • Gesetzliche Pflegeversicherung ist nur eine "Teilkasko"-Versicherung
  • Private Pflegeversicherung gibt es in drei Formen
  • Der Staat fördert den sogenannten "Pflege-Bahr"

Aber die gesetzliche Absicherung trägt im Pflegefall nur einen Teil der Kosten. Man sollte sich deshalb rechtzeitig überlegen, wie man die Finanzierungslücke schließen könnte.

Versorgungslücke errechnen

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist nur eine "Teilkasko", sie zahlt in der Regel nur einen Zuschuss zu den tatsächlichen Kosten. Den größten Teil zahlt der Betroffene selbst. Bei einem Aufenthalt im Pflegeheim können das schnell über tausend Euro im Monat an zusätzlichen Kosten werden. Eine Möglichkeit der Vorsorge: der Abschluss einer privaten Pflegversicherung. Je früher, desto besser, denn die Versicherungskosten richten sich nach Alter und Gesundheitszustand.

Drei Formen der privaten Pflegeversicherung

Es gibt drei Formen: die Pflegetagegeldversicherung, die Pflegekosten-Versicherung und die Pflegerentenversicherung. Die wichtigsten Unterschiede:

Bei der Tagegeld-Versicherung erhält der Versicherte eine bestimmte Summe, über die er dann selbst verfügen kann. Diese Form bietet sich an, wenn man seine Pflege selbst organisiert oder Verwandte die Pflege zuhause übernehmen.

Bei der Pflegekosten-Versicherung beteiligt sich die Versicherung an den angefallenen Kosten der gesetzlichen Pflegeversicherung. Dazu müssen alle Leistungen mit Quittungen belegt werden. Das ist dann sinnvoll, wenn man sich für eine professionelle Pflege entscheidet.

Die Pflegerenten-Versicherung entspricht in der Form einer Rente mit monatlicher Auszahlung bis zum Lebensende. Der Bund der Versicherten hält diese Form für die teuerste Variante der privaten Pflegzusatzversicherungen.

"Pflege-Bahr": Versicherung mit staatlichem Zuschuss

Die gesetzlich geförderte Pflegezusatzversicherung wird auch "Pflege-Bahr" genannt. Sie übernimmt dabei das Modell der Rentenversicherung. Der Vorteil: Beim sogenannten Pflege-Bahr gibt es eine Aufnahmepflicht seitens der Versicherung. Das heißt, jeder, unabhängig vom Alter und Gesundheitszustand, muss in diese Versicherung aufgenommen werden.

Pflegebedürftigkeit muss nachgewiesen werden

Alle Formen der Pflegeversicherung zahlen nur dann die vertraglich vereinbarte Leistung aus, wenn der Medizinische Dienst der Krankenkassen die tatsächliche Pflegebedürftigkeit in Form einer Pflegestufe beziehungsweise den Pflegegrad festgelegt hat.

Stand: 28.09.2018, 13:35