Umweltfreundlicher Onlinekauf mit Paketdiensten?

Online-Kauf vs. Kauf im Laden Markt 04.12.2019 05:55 Min. UT Verfügbar bis 04.12.2020 WDR Von C. Behrmann, D. Bitzer

Umweltfreundlicher Onlinekauf mit Paketdiensten?

  • Online-Umsätze zu Weihnachten steigen
  • Paketzustellung hat einen schlechten Klima-Ruf
  • CO2-Bilanz-Vergleich zu stationärem Handel kann überraschen

Auch wenn Nikolaus als Geschenktag an Bedeutung verliert, ist die Weihnachtszeit insgesamt für den Einzelhandel noch immer der Höhepunkt des Jahres. Die Monate November und Dezember seien die umsatzstärksten Monate der Branche, so das Statistische Bundesamt. Auf das Weihnachtsgeschäft entfalle fast ein Fünftel des gesamten Jahresumsatzes.

Online-Umsätze steigen um elf Prozent

Wachstumstreiber dürfte einmal mehr der Internethandel sein. Die Online-Umsätze im Weihnachtsgeschäft werden nach der Prognose des Deutschen Handelsverbandes um fast elf Prozent auf knapp 15 Milliarden Euro zulegen.

Dabei hat der Online-Handel wegen der Paketzustellung einen schlechten Ruf, was die Ökobilanz betrifft. Immerhin gibt es mit einem größeren Umsatz auch mehr Lieferfahrten. Dabei kann die Klimabilanz im Vergleich zum stationären Handel überraschen.

Retour-Sendungen verschlechtern CO2-Bilanz

Wissenschaftler des Öko-Instituts in Freiburg haben mal beispielhaft ausgerechnet, wie der Kauf von einem Paar Schuhen die CO2-Bilanz betrifft. So wird beim Onlineshopping Strom verbraucht, im Verteilzentrum gibt es Energiekosten und natürlich muss der Treibstoff für die Lieferdienste eingerechnet werden. In der CO2-Bilanz kommen so etwa 660 Gramm CO2 zusammen - wenn das Paket direkt zugestellt werden kann. Falls es zurückgeschickt wird, sind es mit einer Retour-Sendung dann schon 1.030 Gramm.

Einkauf mit Pkw ist besonders klimaschädlich

Und der Einkauf in der Innenstadt? Bei einem Paar Schuhe werden allein für den stationären Geschäftsbetrieb bereits 1.270 Gramm CO2 berechnet. Falls der Kunde nun nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Laden fährt und den ÖPNV nimmt, kommt noch einmal ein Aufschlag von 1.710 Gramm hinzu, bei einem Auto sogar 3.270 Gramm.

Onlinekauf kann also tatsächlich umweltfreundlicher sein als der Kauf im Laden. Aber: Je nach Produkt ist die Klimabilanz unterschiedlich, weil viele Faktoren wie Paketgröße, Lieferweg oder Energieverbrauch im Geschäft in die Rechnung einfließen. Klimaschonender wird es auf jeden Fall, wenn die Dienste zum Beispiel Lastenräder oder elektrische Zustellfahrzeuge einsetzen. So richtig klimafreundlich ist es natürlich, einfach weniger zu konsumieren und nicht alles neu zu kaufen.

Dienstleistungscheck: Paketdienste Servicezeit 04.12.2019 05:12 Min. Verfügbar bis 04.12.2020 WDR Von Christian Link, Marnie Scheibel

Stand: 04.12.2019, 14:55