Was steckt hinter dem NFT-Hype?

 Die "Everydays"-Collage von Beeple.

Was steckt hinter dem NFT-Hype?

Von Sebastian Moritz

In der digitalen Finanzwelt sorgen NFTs seit einiger Zeit für Aufsehen. Teilweise wechseln sie für mehrere Millionen Euro den Besitzer. Als sichere Geldanlage taugen NFTs trotzdem nicht.

Die Abkürzung NFT steht für „Non-fungible Token“, NFTs sind also vergleichbar mit nicht ersetzbaren digitalen Wertmarken. Diese Wertmarken lassen sich Dateien wie zum Beispiel Bildern, aber auch Videos, Musikstücken oder Texten zuordnen.

Wer einen NFT kauft, erhält also eine Art Zertifikat. Die Datei, die mit dem NFT verknüpft wird, ist auch nach dem NFT-Kauf in der Regel weiterhin online frei verfügbar und kann beliebig oft kopiert oder verschickt werden. Der NFT ist jedoch einzigartig und der Besitzer lässt sich eindeutig ermitteln.

Was kosten NFTs?

NFTs werden entweder für einen Festpreis oder per Auktion verkauft. Die Preisspanne ist dabei riesig. Der bisher teuerste NFT der Welt wurde im März 2021 für umgerechnet gut 69 Millionen US-Dollar beim Auktionshaus Christie’s versteigert. Dahinter steckte das digitale Kunstwerk „Everydays: the First 5000 Days“, eine Collage aus 5000 Einzelbildern.

Wie lässt sich erkennen, wem ein NFT gehört?

NFTs basieren auf der Blockchain-Technologie, einer digitalen, dezentralen Datenbank. Dieses Netzwerk kommt auch bei Kryptowährungen zum Einsatz und gilt als besonders sicher für die Speicherung von Daten.

Dabei werden Informationen auf vielen verschiedenen Computern gespeichert. So ist für alle Teilnehmer des Netzwerks nachvollziehbar, wer der Besitzer eines NFTs ist.

Wo werden NFTs gehandelt?

Für den Handel mit NFTs gibt es mehrere digitale Marktplätze, wie zum Beispiel OpenSea, Rarible oder SuperRare. Bezahlt werden NFTs meist mit der Kryptowährung Etherum. Wer mit NFTs handeln möchte, benötigt also meist ein Wallet, eine Art digitale Geldbörse, in der sich Kryptowährungen speichern lassen.

Eignen sich NFTs als Geldanlage?

Nein. Da weder hinter den NFTs noch hinter den Kryptowährungen, mit denen NFTs bezahlt werden, ein realer Wert steckt, ist der Handel mit NFTs sehr riskant, zumal die Krypto-Kurse starken Schwankungen ausgesetzt sind. Zwar sind mit NFTs schon hohe Gewinne erzielt worden, doch die Hoffnung auf das große Geld ist hoch spekulativ.

„NFTs sind natürlich nicht immer ein Reinfall. Wenn überhaupt, würde ich das aber nur mit sehr sehr kleinen Beträgen ausprobieren, größere Beträge würde ich da nicht investieren“, rät Hendrik Buhrs vom Verbraucherportal Finanztip.

Wie nachhaltig sind NFTs?

Weil NFTs ebenso wie die Kryptowährungen auf der Blockchain-Technologie basieren, stehen sie wegen ihrer schlechten Klimabilanz in der Kritik. Hintergrund ist, dass die Computer- und Rechenzentren, die die Blockchain-Technologie stützen, enorm viel Energie verbrauchen.

Stand: 10.12.2021, 16:02