"Mogelpackung 2018": Weniger Chips fürs gleiche Geld

Chipsletten-Verpackungen 170 Gramm und 100 Gramm im Vergleich

"Mogelpackung 2018": Weniger Chips fürs gleiche Geld

  • Online-Umfrage der Verbraucherzentrale zur Mogelpackung 2018
  • 58,7 Prozent stimmten für Chipsletten
  • Verbraucherzentrale: "Besonders krass, dreist umgesetzt"

70 Gramm weniger - oft bei gleichem Preis: Die Chipsletten von Lorenz sind zur "Mogelpackung des Jahres" gewählt worden. Das hat am Montag (21.01.2019) die Verbraucherzentrale Hamburg bekannt gegeben. Bei einer Online-Umfrage stimmten mehr als die Hälfte von fast 40.000 Teilnehmer für das Produkt. Der Hersteller hatte die Füllmenge im vergangenen Jahr bei gleichem Preis von 170 auf 100 Gramm gesenkt - ein Preisanstieg von bis zu 70 Prozent.

"Mogelpackung 2018": Weniger Chips fürs gleiche Geld

WDR 2 Servicezeit 21.01.2019 03:48 Min. Verfügbar bis 21.01.2020 WDR 2

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"Versteckte Preiserhöhungen" auch bei Smarties und Babybel

Die Verbraucherzentrale suchte seit Anfang Januar den neuen Sieger des Negativpreises und stellte insgesamt fünf Produkte zur Wahl. Neben den Chipsletten waren das auch die Smarties von Nestlé, der Mini Babybel von Bel, eine Truthahnsalami des Discounters Lidl sowie ein Fruchtaufstrich der Firma Grafschafter.

Umfrage-Ergebnisse zur Mogelpackung des Jahres 2018: Chipsletten von Lorenz Snack-World 58,7%, Truthahnsalami Light von Dulano (Lidl) 17,6%, Mini Babybel von Bel 10,1%, Smarties von Nestlé 8.7%, Obstwiese Rheinisches Apfelkraut von Grafschafter 4,8%.

Bei der Umfrage haben sich die Chipsletten eindeutig von den Mitbewerbern abgesetzt.

Besonders ärgerlich fanden die Verbraucher die neuen Chipsletten: Insgesamt 23.279 von fast 40.000 Stimmen gingen an die Stapelchips, das war ein Votum von 58,7 Prozent, wie die Verbraucherzentrale am Montag mitteilte.

"Verbraucher bekommen mehr Müll für ihr Geld"

Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg sprach von einem "Denkzettel" für den Chipshersteller Lorenz. Der versteckte Preisanstieg bei den Chipsletten sei "besonders krass, dreist umgesetzt und nicht der erste dieser Art". Die neue Pappdose sei kaum kleiner als die alte und zusätzlich mit einem sogenannten Servier-Tray aus Plastik und Frischefolie bestückt. "Verbraucher bekommen weniger Chips, aber bezogen auf den Inhalt mehr Müll für ihr Geld", monierte Valet.

Hersteller: "Neue Rezeptur, neue Preisempfehlung"

Lorenz hatte im September in einer Stellungnahme erklärt, ein "anderes Produkt- und Verpackungskonzept eingeführt" zu haben. Die neuen Chips hätten zudem eine andere Rezeptur und "schmecken anders". Zu dem neuen Konzept gehörten auch eine neue Füllmenge und eine "neue unverbindliche Preisempfehlung", erklärte Lorenz damals ohne weitere Angaben.

Stand: 21.01.2019, 13:35