Mieten oder kaufen – was lohnt sich für wen?

Sparen für das eigene Haus

Mieten oder kaufen – was lohnt sich für wen?

Von Sebastian Moritz

Vom eigenen Haus träumen viele junge Menschen. Und tatsächlich gibt es gute Gründe für die eigene Immobilie, doch nicht immer ist das Eigenheim die beste Entscheidung.

Mit Blick auf das Vermögen ist die eigene Immobilie in der Regel eine gute Wahl. Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen: Immobilienbesitzer haben beim Eintritt in die Rente rund fünfmal so viel Vermögen aufgebaut wie Menschen mit vergleichbarem Einkommen, die ihr Leben lang zur Miete wohnen.

#22 – Mieten oder kaufen – was lohnt sich mehr für dich?

Economista 22.08.2021 26:46 Min. Verfügbar bis 22.08.2022 WDR Online


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Wer sich im Rahmen eines Immobilienkredits verpflichtet, jeden Monat eine festgelegte Summe an die Bank zu überweisen, verpflichtet sich damit auch, über viele Jahre kontinuierlich Vermögen aufzubauen. Möglich wäre das zwar beispielsweise auch im Rahmen eines ETF-Sparplans, oft fehlt den Sparenden aber die nötige Disziplin. Ein Urlaub oder das neue Auto sind am Ende häufig doch wichtiger als der selbst auferlegte Zwang zum Vermögensaufbau.

Immobilienbesitzer haben mehr Freiheiten

„Ich muss mir die Immobilie leisten können, ich muss es wollen und ich muss bereit sein, mich finanziell einzuschränken“, sagt Pekka Sagner, Immobilienexperte beim arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Wer sich darüber im Klaren sei, könne guten Gewissens ein Haus oder eine Wohnung kaufen.

Neben dem Vermögensaufbau gibt es noch weitere Argumente, die für die eigene Immobilie sprechen: Eigenheimbesitzer genießen mehr Freiheiten. Sie müssen etwa nicht fürchten, dass ihnen der Mietvertrag wegen Eigenbedarf gekündigt wird. Außerdem müssen sie bei Umbau- und Renovierungsarbeiten, aber etwa auch bei der Anschaffung von Haustieren nicht die Erlaubnis des Vermieters einholen.

Nicht immer ist das Eigenheim die beste Entscheidung

Doch nicht in allen Lebenssituationen ist das Eigenheim die richtige Wahl. „Wer flexibel sein möchte, wer sich nicht sicher ist, dass er in der Gegend bleiben möchte, sollte erstmal lieber mieten“, sagt Immobilienexperte Sagner. Wenn Beruf oder Privatleben einen Umzug nötig machen, lässt sich die Immobilie zwar in der Regel verkaufen, die Kaufnebenkosten für Notar, Makler und Grunderwerbsteuer sind aber oft verlorenes Geld – in Nordrhein-Westfalen sind das immerhin mehr als zehn Prozent der Immobilienkosten.

Außerdem haben Eigenheimbesitzer mehr Verantwortung für die eigene Immobilie. Sie müssen finanzielle Rücklagen für größere Reparaturen bilden. Denn, wenn die Heizung überraschend kaputt geht oder das Dach neu gedeckt werden muss, ist die Angelegenheit nicht mit einem Anruf beim Vermieter erledigt.

Stand: 20.08.2021, 14:46