Neue Regeln für Online-Bezahlung

Kreditkarten und Euroscheine

Neue Regeln für Online-Bezahlung

Von Markus Epping

  • Zusatzgebühr für gängige Zahlungsmittel entfällt
  • Gebühren für PayPal bleiben möglich
  • Mehr Möglichkeiten für den Einsatz von Finanz-Apps

Online-Händler dürfen ab Samstag, 13. Januar, keine Gebühr mehr für gängige Zahlungsmethoden verlangen. Bislang waren Aufschläge von bis zu zwei Prozent üblich, meistens bei Kreditkartengebrauch. Ein Flugticket für 500 Euro wurde so unter dem Strich schnell zehn Euro teurer - eine Gebühr nur für den Bezahlvorgang.

Gilt das Gebühren-Verbot für alle Zahlmethoden?

Die EU-Richtlinie erklärt alle Gebühren auf "gängige" Bezahlmethoden für hinfällig. Allerdings gibt es auch "nicht gängige" Zahlmethoden. Als solche haben Finanzexperten der Bundesregierung zum Beispiel auch PayPal eingestuft - obwohl immerhin jeder fünfte Bezahlvorgang im Netz über PayPal abgewickelt wird. Trotzdem: Für PayPal dürfen Gebühren erhoben werden. Die Deutsche Bahn und die Lufthansa sind prominente Beispiele: Bei ihnen wird die Gebühr für PayPal weiter fällig.

Neue Regeln beim Kreditkartenzahlen

WDR 2 Servicezeit | 12.01.2018 | 03:01 Min.

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PayPal ändert Geschäftsbedingungen

PayPal selbst ist wenig erfreut über die Entwicklung. Der Dienst befürchtet, Kunden zu verlieren. Schließlich wird die Auswahl an kostenfreien Alternativen größer. Der Dienst verbietet in seinen Geschäftsbedingungen Händlern daher neuerdings, eine Gebühr vom Kunden zu verlangen. Einige Unternehmen allerdings sehen sich daran nicht gebunden und verweisen auf eigene Verträge mit PayPal. Die erwähnten Unternehmen Deutsche Bahn und Lufthansa gehören dazu.

Was ändert sich für Finanz-Apps?

Der Markt für Finanz-Apps wächst seit Jahren. Sie helfen, Geldgeschäfte zu verwalten und zu optimieren. So gibt es Apps, die verschiedene Bankkonten gleichzeitig verwalten können - der Kunde hat dort alles auf einen Blick. Oder Sparer-Apps, die jeden Monat automatisch Geld vom Konto möglichst gewinnbringend zur Seite legen.

Die EU-Richtlinie macht die Arbeit solcher Apps einfacher. Denn in Zukunft ist eine Bank verpflichtet, den App-Anbietern die wichtigsten Kontodaten zur Verfügung zu stellen. Der Kunde und Kontoinhaber muss sich vorher einverstanden erklären. Dann hat die App Zugriff auf bestimmte Informationen über Kontobewegungen und kann dem Kunden so Optimierungen vorschlagen. Zum Beispiel, wie ein maßgeschneiderter Sparplan aussehen könnte.

Stand: 12.01.2018, 11:10