Probleme mit dem Kita-Platz

Kinderbetreuung durch Tagesmutter

Probleme mit dem Kita-Platz

Von Jessica Sturmberg

Diese Woche machen die meisten Kitas nach der Schließungszeit - also ihrer Sommerpause - wieder auf. Die Not vieler Eltern ist immer noch groß, einen für sie passenden Platz zu bekommen, was können sie tun?

Auch wenn die Städte inzwischen große Summen in den Ausbau neuer Kitaplätze investiert haben, sind viele Eltern immer noch verzweifelt auf Suche nach dem für sie passenden Kita- oder Betreuungsplatz. Denn parallel zum Kitaplatzausbau ist auch der Bedarf an Plätzen gestiegen. Zum einen, weil Eltern mehr Kinder bekommen, zum anderen, weil auch mehr Eltern inzwischen das Angebot der frühkindlichen Betreuung in Anspruch nehmen und damit von ihrem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem vollendeten 1. Lebensjahr Gebrauch machen.

Kitaplatz erst einmal annehmen

Wer sich rechtzeitig angemeldet, aber keinen Betreuungsplatz vermittelt bekommen hat, kann die Kommune verklagen. Das kommt jedoch selten vor. Was öfter passiert: Eltern bekommen einen Platz, mit dem sie nicht glücklich sind. Entweder weil die Kita zu weit weg ist, die Öffnungszeiten nicht zum Arbeitsplatz passen oder die Eltern haben eine Tagesmutter oder einen Tagesvater bekommen haben, aber lieber einen Kita-Platz hätten. Der Landeselternbeirat der Kitas in NRW rät hier, trotzdem den angebotenen Platz immer erst einmal anzunehmen und dann weiterzusuchen.

Kein Rechtsanspruch auf Wunsch-Kita

Denn wenn der angebotene Platz der Kommune nicht angenommen wird, gelte man bei vielen Kommunen als versorgt und rutsche in der Warteliste nach unten. Grundsätzlich haben U3- Kinder einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz, Ü3-Kinder haben einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Es besteht aber generell kein Anspruch auf eine bestimmte "Wunsch-Kita".

Unterschied private Kitas und private Träger

Grundsätzlich sind private Kitas eine Alternative, bei der man oft auch noch einen Platz bekommen kann. Allerdings sind private Kitas, die nicht öffentlich gefördert werden, zumeist sehr teuer und fallen für viele Eltern als Alternative aus. Davon zu unterscheiden sind Kitas in privater Trägerschaft, zum Beispiel von Kirchen, Sozialverbänden, einer gGmbH (gemeinnützigen GmbH) oder Elterninitiativen. Diese werden wie die städtischen Kitas bezuschusst.

Damit bezahlen Eltern wie bei den städtischen Kitas einen Elternbeitrag an die Stadt, daneben müssen noch zusätzliche Beträge für Essen und Ausstattung bezahlt werden. Diese schwanken zwischen 50 und 250 Euro monatlich.

Vernetzte Platzvergabesysteme

Bei der Platzvergabe sind diese Kitas in privater Trägerschaft inzwischen in vielen Vergabesysteme integriert, da Städte zunehmend vernetzte Platzvergabesysteme nutzen wie den "Kita-Navigator" in Düsseldorf oder "Little Bird" in Köln. Die Eltern geben hierbei eine bestimmte Zahl an Wunschkitas an. Die Stadt versucht, einen dieser Wünsche zu erfüllen.

Einige Städte bieten zentrale Platzvergabe

Solche vernetzten Platzvergabesysteme bedeuten für die Eltern, dass sie sich nicht mehr in verschiedenen Kitas mit privaten Trägern gleichzeitig anmelden brauchen, sondern sich im Internet zentral anmelden können. Vorteil ist, dass die Vergabe schneller und effizienter läuft, da keine Plätze mehr blockiert werden, weil Eltern bei verschiedenen Zusagen in letzter Minute wieder abspringen. Nachteil: Eltern müssen mit dem Platz leben, den sie bekommen.

Bessere Chancen durch persönliche Vorstellung?

Allerdings kann man im Vorhinein versuchen Einfluss zu nehmen. An Tagen der offenen Türen können Eltern sich bei privaten Trägern vorstellen. Diese treffen die Auswahl, um gewährleisten zu können, dass ihre Gruppen hinsichtlich Alter, Geschlecht und auch sozialer Herkunft gut durchmischt sind. Wer gerade gut in die Struktur passt, hat möglicherweise bessere Karten bei der Auswahl zum Zug zu kommen. Bei Elterninitiativen ist beispielsweise ein entscheidendes Kriterium, wie sich Eltern in der Kita einbringen und engagieren wollen und können.

Wechseln bei Unzufriedenheit oder Wohnortwechsel

Grundsätzlich sind unterjährige Wechsel möglich. Empfehlenswert sind Wechsel zum neuen Kita-Jahr, weil das für alle einen sauberer Schnitt ist, insbesondere auch pädagogisch. Generell ist Wechseln wie eine neue Suche. Nur anders als bei der ersten Suche wird meistens ein Platz für ein älteres Kind gesucht. Eltern können da Glück haben, dass Kitas ihrerseits ebenfalls ein älteres Kind haben wollen, um die Altersstruktur der Gruppen in einem gesunden Verhältnis zu halten.

Kita-Wechsel gut überlegen

Wer wegen Unzufriedenheit wechseln will, sollte sich genau überlegen, worin diese Unzufriedenheit besteht. Betrifft es die Rahmenbedingungen oder geht es um das Kindeswohl? Eltern sollten immer bedenken, dass Bindung einer der zentralen Punkte für die Kinder ist, raten Psychologen. Also einen Wechsel nur dann anzustreben, wenn es wirklich dringlich ist, beispielweise, wenn sich das Kind nicht wohl fühlt oder Eltern das Kindeswohl gefährdet sehen.

Probleme mit dem Kita-Platz

WDR 2 Servicezeit | 01.09.2017 | 02:51 Min.

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Stand: 01.09.2017, 11:10