Vorsicht mit Kfz-Haftpflichtversicherungs-Apps!

Vorsicht mit Kfz-Haftpflichtversicherungs-Apps!

Von Klaus Kuderer

  • Versicherer bieten App für Schadensregulierung an
  • Geschädigten Unfallopfern wird schnelle Hilfe angeboten
  • Oft aber wird weniger bezahlt, als den Geschädigten zusteht

Wer unschuldig in einen Autounfall gerät möchte, dass der Schaden so schnell wie möglich behoben wird. Versicherungen machen dann im Haftpflichtfall den Geschädigten ein verlockendes App-Angebot: Wer eine App runterlädt, einige Fotos vom Unfallwagen macht und Fragen kurz beantwortet, soll dann in kürzester Zeit seine Entschädigungssumme erhalten. Die Schadensbegutachtung aber überlässt der Betroffene dann ausschließlich der gegnerischen Versicherung. Nicht selten zu seinem Nachteil.

Prüfdienste der Versicherungen kürzen oft die Reparaturkosten

Was geschädigte Autofahrer nicht bedenken: Das vermeintlich schnelle Geld per App-Abrechnung ohne geleistete Reparatur reicht oft für die entstandenen Schäden nicht aus.

Zuständig sind nicht die die Versicherer, sondern externe Prüfdienstleister. Diese rechnen für die Versicherungen eine möglichst kleine Schadenssumme aus.

Vorsicht mit Kfz-Haftpflichtversicherungs-Apps!

WDR 2 Servicezeit | 12.04.2018 | 03:20 Min.

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Statt App-Abrechnung Gutachter einbestellen!

Ratsam ist es, einen unabhängigen Gutachter hinzuzuziehen, der auch mögliche technische Defekte unter der Motorhaube entdeckt. Eingeschickte Fotos zeigen nur die Schäden an der Oberfläche.

Wer die App benutzt, sollte wissen, dass er möglicherweise auf einige Rechte verzichtet. Ein Geschädigter hat laut Kfz-Haftpflichtgesetz Anspruch auf ein unabhängiges Gutachten, gegebenenfalls auf einen Anwalt und einen Mietwagen. Alles kostenlos. Außerdem müssen die Wertminderung und der Nutzungsausfall bezahlt werden.

Stand: 11.04.2018, 15:30