Ein Mann sitzt mit seiner Tochter auf dem Sofa, daneben eine Frau mit einem Laptop

Hier gibt es staatliche Unterstützung für Familien

Stand: 08.04.2022, 16:06 Uhr

Rund 175.000 Euro kostet ein Kind von der Geburt bis zur Volljährigkeit. Das hat das Statistische Bundesamt errechnet. Diese Kosten müssen Eltern nicht alleine stemmen, einen Teil übernimmt der Staat.

Von Sebastian Moritz

Ein Kind stellt das Leben einer jungen Familie meist komplett auf den Kopf. Und auch finanziell ändert sich oft Einiges. Wenn Eltern weniger arbeiten, weil sie sich um ihre Kinder kümmern möchten, sinkt das Einkommen. Gleichzeitig steigen die Ausgaben. Doch es gibt staatliche Unterstützung, das sind die wichtigsten Leistungen für junge Familien:

#38 Können wir uns ein Kind leisten?

Economista 10.04.2022 24:35 Min. Verfügbar bis 10.04.2023 WDR Online


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Kindergeld und Kinderfreibetrag

Egal, wie viel sie verdienen, Kindergeld bekommen in Deutschland alle Eltern. Für das erste und zweite Kind zahlt der Staat derzeit monatlich je 219 Euro, für das dritte und vierte Kind erhöht sich das Kindergeld auf 225 beziehungsweise 250 Euro. Das Kindergeld gibt es mindestens bis zum 18. Lebensjahr. Wenn sich die Kinder in der Ausbildung befinden oder studieren, zahlt der Staat sogar bis zum 25. Lebensjahr.

Als Alternative zum Kindergeld können Eltern auch vom so genannten Kinderfreibetrag profitieren. Sie dürfen dabei aktuell je Kind 8.388 Euro im Jahr verdienen, ohne dieses Einkommen versteuern zu müssen. Eltern bekommen zunächst das Kindergeld ausgezahlt, am Ende des Jahres prüft das Finanzamt dann automatisch, ob die Freibeträge für die Eltern nicht günstiger sind. In der Regel lohnen sich die Freibeträge nur für Familien mit einem vergleichsweise hohen Einkommen.

Kinderzuschlag

Familien mit geringem Einkommen haben neben dem Kindergeld Anspruch auf den Kinderzuschlag. Seit Anfang 2022 liegt der monatliche Höchstbetrag bei 209 Euro. Die Bundesregierung hat außerdem einen so genannten Sofortzuschlag beschlossen. Ab dem 1. Juli bekommen so knapp Millionen von Armut betroffene Kinder in Deutschland monatlich einen Zuschlag in Höhe von 20 Euro.

Elternzeit

Damit sich Eltern um ihre Kinder kümmern können, muss ein Arbeitgeber Mütter und Väter bis zu drei Jahre je Kind von der Arbeit freistellen. In dieser Zeit genießen Eltern einen besonderen Kündigungsschutz, allerdings erhalten sie auch kein Gehalt.

Elterngeld

Während der Elternzeit können Eltern Elterngeld beantragen, es soll das fehlende Einkommen ausgleichen. Wie hoch das Elterngeld ausfällt, hängt davon ab, wieviel die Eltern vor der Geburt ihres Kindes verdient haben. Das Basiselterngeld beträgt etwa 65 Prozent des Nettoeinkommens, liegt aber mindestens bei 300 Euro und höchstens bei 1.800 Euro im Monat.

Dieses Basiselterngeld gibt es grundsätzlich für zwölf Monate. Beantragen beide Elternteile Elterngeld, kommen zwei weitere Monate hinzu. Eine weitere Option ist das ElterngeldPlus. Dabei fällt die monatliche Zahlung nur halb so hoch aus, dafür gibt es das Elterngeld doppelt so lange.

Wegen der vielen Kombinationsmöglichkeiten beim Elterngeld, sollten sich Eltern rechtzeitig damit beschäftigen und sich gegebenenfalls beraten lassen. Eine gute erste Orientierung ist dabei der Elterngeldrechner des Bundesfamilienministeriums.