Schneller überweisen: Sparkassen bieten Turbo-Überweisung an

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Schneller überweisen: Sparkassen bieten Turbo-Überweisung an

Von Ute Schyns

  • Ab dem 10. Juli bieten die meisten Sparkassen an, Geld innerhalb von zehn Sekunden zu überweisen
  • Durchbruch erst, wenn alle Institute das Verfahren unterstützen
  • Die Gebühren für den neuen Service sind unterschiedlich

Ab dem 10. Juli bieten die meisten Sparkassen-Institute ihren Kunden an, schneller Geld von einem Konto aufs andere zu überweisen. Mit Hilfe sogenannter Echtzeit-Überweisungen soll das Geld innerhalb von zehn Sekunden auf dem Konto des Empfängers sein. Durchsetzen wird sich das Verfahren aller Voraussicht nach jedoch erst, wenn auch die Privat- und Genossenschaftsbanken mitziehen.

Was sind Echtzeitüberweisungen?

Elektronische Standardüberweisungen dürfen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWS) einen Bankarbeitstag dauern. Liegt ein Wochenende dazwischen, kann es auch länger dauern. Mit dem neuen Instant Payment Verfahren soll Geld bereits innerhalb weniger Sekunden auf dem Konto des Empfängers sein. Der Service soll rund um die Uhr zur Verfügung stehen - auch an Wochenenden.

Sparkassen bieten Turbo-Überweisung an

WDR 5 Profit - aktuell | 10.07.2018 | 03:59 Min.

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Was hat der Kunde davon?

Immer dann, wenn es besonders schnell gehen muss, bieten Echtzeitüberweisungen Vorteile. Das Paradebeispiel ist der Autokauf: Wer ein Auto verkaufen möchte, könnte dann noch in der Verkaufssituation per App auf dem Smartphone prüfen, ob das Geld schon auf dem Konto ist - das schafft Sicherheit. Vor allem vielen jüngeren Bankkunden ist es kaum zu vermitteln, dass E-Mails rund um den Globus innerhalb von Sekunden beim Empfänger sind, aber eine Überweisung schon mal Tage dauert.

Ist der Schritt der Sparkassen der große Durchbruch?

Es könnte ein wichtiger Schritt sein, damit sich Echtzeitüberweisungen durchsetzen. Doch um Geld in Echtzeit überweisen zu können, muss auch die Bank des Empfängers das Verfahren unterstützen. Zwar sind die Sparkassen eine große Gruppe. Doch die Volks- und Raiffeisenbanken und die Deutsche Bank zum Beispiel wollen Echtzeitüberweisungen erst ab November möglich machen. Ob die Kunden das neue Verfahren annehmen, hängt sicher auch davon abhängen, wie viel der Service sie kostet.

Je nach Institut und Kontomodell sind die Gebühren für Kunden unterschiedlich. Mal ist das Instant-Payment-Verfahren kostenlos. Manche Institute verlangen pro Transaktion 50 Cent und mehr.

Sind auch Gefahren mit Echtzeitüberweisungen verbunden?

Möglich ist das. Denn wenn Geld schneller beim Empfänger auf dem Konto ist, können auch Betrüger schneller darüber verfügen und sich damit aus dem Staub machen.

Stand: 10.07.2018, 14:35