Inflation

So schützen sich Sparer vor der Inflation

Die Inflation hat einen neuen Rekordwert erreicht. Wer verhindern will, dass das Ersparte immer weniger wert wird, muss aktiv werden.

Von Sebastian Moritz

Das Leben in Deutschland wird immer teurer: Auf rund fünf Prozent ist die Inflation zuletzt geklettert. Gleichzeitig erhalten Sparerinnen und Sparer auf Giro-, Tages- oder Festgeldkonten kaum noch Zinsen. Unterm Strich verliert das Ersparte im Laufe der Jahre an Wert.

#33 SOS Inflation! Wie kann ich mein Geld davor schützen?

Economista 06.02.2022 30:45 Min. Verfügbar bis 06.02.2023 WDR Online


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Auf den Realzins kommt es an

Bei der Suche nach einer rentablen Geldanlage lohnt es sich daher, die Inflationsrate zu berücksichtigen. Dabei gilt es zwischen Realzins und Nominalzins zu unterscheiden. Der Nominalzins ist der Zinssatz, mit dem Banken oder Lebensversicherungen bei ihren Anlageprodukten werben.

Wesentlich relevanter ist allerdings der Realzins. Dabei wird die Inflationsrate vom Nominalzins abgezogen. Der Realzins gibt also die Rendite an, die bei einer Geldanlage tatsächlich übrig bleibt. Bei dieser Berechnung hilft zum Beispiel der Renditerechner der Verbraucherzentrale.

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Mit der Geldanlage die Inflation schlagen

Wenn die Geldanlage noch einen Gewinn abwerfen soll, muss der Nominalzins also über der Inflationsrate liegen. In der Vergangenheit ließen sich solche Renditen zum Beispiel mit börsengehandelten Indexfonds, so genannten ETFs, erzielen. Ein breit gestreuter weltweiter ETF erreichte, je nach Zeitraum, in den vergangenen Jahren im Schnitt Renditen von jährlich rund sieben Prozent. Weil auch die Kurse breitgestreuter ETFs teilweise deutlich schwanken, empfehlen Fachleute, das Geld für mindestens 15 Jahre anzulegen.

Auch die Krisenwährung Gold birgt Risiken

Manche Anleger setzen in Zeiten hoher Inflation auf Edelmetalle wie Gold, doch hier ist Vorsicht geboten. Zwar hat sich Gold als Krisenwährung in der Vergangenheit schon oft bewährt, doch die Finanzexperten der Verbraucherzentrale warnen: "Gold ist alles andere als eine sichere Geldanlage."

In den vergangenen 20 Jahren habe der Goldpreis zwischen 300 und 1.750 Euro je Feinunze geschwankt. Hinzu kommen die teuren Aufbewahrungskosten und die Tatsache, dass sich mit Gold keine Zinsen erzielen lassen. Wenn überhaupt, sollte Gold maximal zehn Prozent des Vermögens ausmachen, so die Empfehlung der Verbraucherschützer.

Eine Alternative zu Gold ist ein Investment in eine vermietete Immobilie. Nach Angaben der Stiftung Warentest lassen sich so nach dem Abzug der Steuern langfristige Renditen von drei Prozent erzielen.

Mit der Rendite steigt das Risiko

Wer sich angesichts der hohen Inflation auf die Suche nach dem passenden Investment macht, sollte eines jedoch nicht aus dem Blick verlieren: Eine hohe Rendite gibt es nicht ohne Risiko. In der Regel gilt die Faustregel: Je höher die Rendite, desto riskanter ist eine Geldanlage. Und: Auch wenn eine Geldanlage in der Vergangenheit hohe Renditen erzielt hat, ist dies noch keine Garantie für die Zukunft.