Check: Hausrat- und Wohngebäudeversicherung

Symbolbild: EIn Haus aus Streichhölzern, die Hälfte abgebrannt

Check: Hausrat- und Wohngebäudeversicherung

Von Ute Schyns

  • Die Wohngebäude-Versicherung ist für Hausbesitzer ein Muss
  • Es lohnt sich, Verträge regelmäßig zu überprüfen
  • Neuere Tarife bieten häufig bessere Leistungen als ältere

Die Hausratversicherung kommt für Schäden am Hausrat auf. Zum Hausrat gehören vom Prinzip her alle Gegenstände, die man bei einem Umzug aus dem Haus heraustragen könnte. Die Hausratversicherung zahlt zum Beispiel wenn das Sofa in Brand gerät, Teppiche nach einem Rohrbruch verdorben sind oder das Fahrrad aus dem Keller gestohlen wird.

Die Wohngebäude-Versicherung dagegen deckt Schäden am Haus selber ab, wie etwa am Gebäude oder am Dach. "Vom Prinzip her fällt alles, was mit dem Haus fest verbaut ist, wie auch die Heizungsanlage, in den Geltungsbereich der Wohngebäude-Versicherung", sagt Rita Reichard von der Verbraucherzentrale NRW. "Absichert sind in der Regel Schäden, die durch Sturm, Hagel, Feuer und Leitungswasser entstehen."

Zeitlos wichtig

Für Hausbesitzer ist die Wohngebäude-Versicherung in jedem Alter ein Muss. Bei der Hausrat-Versicherung muss man abwägen, ob man seinen Hausrat im Ernstfall aus eigener Tasche wiederbeschaffen könnte. In der Regel gilt: Je wertvoller der Besitz, desto wichtiger wird eine Hausratversicherung.

Versicherungen besser getrennt abschließen

Nicht selten werden Hausrat- und Wohngebäude-Versicherungen auch als Paket zusammen angeboten. Doch davon sollte man die Finger lassen, rät Bianca Boss vom Bund der Versicherten: "Besser ist, wenn Sie beide Versicherungen separat abschließen. Denn nicht jedes Unternehmen bietet bei jeder Versicherungssparte die besten Konditionen."

Zusatzbaustein "Elementarschaden-Versicherung"

Es gibt eine Reihe von sogenannten Elementarschaden-Ereignissen, die über den Standardschutz von Hausrat- und Wohngebäudeversicherung in der Regel nicht abgedeckt sind. Dazu zählen zum Beispiel Schäden durch Überschwemmungen, etwa wenn ein Fluss über die Ufer tritt oder der Regen das Haus überschwemmt. Auch ein Schaden durch Schneedruck ist nicht abgesichert, wenn beispielsweise durch die Last der Schneemassen das Dach einstürzt.

Um sich auch dagegen abzusichern, ist in der Regel eine Elementarschaden-Versicherung notwendig. Die gibt es als Zusatzbaustein sowohl bei der Wohngebäude- als auch bei der Hausrat-Versicherung. "Wir haben gesehen, dass in letzter Zeit auch Gebiete, die nicht Hochwasser gefährdet sind, Elementarschaden-Risiken wie Schneedruck beinhalten", sagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW. Bei der Wohngebäude-Versicherung ist der Elementarschadenzusatz daher häufig sinnvoll. Bei der Hausrat-Versicherung kommt es eher auf die Lage der Wohnung und die persönliche Risikoeinschätzung an.

Verträge regelmäßig überprüfen

Viele Versicherungskunden lassen ihre Verträge nach Abschluss oft jahrelang liegen, ohne sie erneut zu überprüfen. Keine gute Idee, findet Bianca Boss: "Es hat sowohl bei der Wohngebäude-Versicherung als auch bei der Hausrat-Versicherung erhebliche Leistungsverbesserungen gegeben." Deswegen sollte man spätestens alle drei bis fünf Jahre den Vertrag überprüfen und mit anderen Tarifen vergleichen: "Neuere Verträge versichern häufig mehr Schadensfälle und sind oft auch noch günstiger."

Versicherungssumme anpassen

Außerdem können sich mit der Zeit die Wohn- und Lebensverhältnisse ändern. Wer in eine kleinere Wohnung umzieht, kann in der Regel Beiträge sparen. "Umgekehrt gilt natürlich auch: Wer im Laufe seines Lebens diverse Reichtümer in seiner Wohnung ansammelt, sollte die Versicherungssumme im Vertrag anpassen", sagt Elke Weidenbach, "Sonst ist man schnell unterversichert." Die Folge: Man bekommt einen Schaden möglicherweise nicht in voller Höhe ersetzt.

Stand: 28.09.2018, 13:36