Handwerkerstichprobe: IT-Techniker

Handwerkerstichprobe: IT-Techniker

Von Marco Jankowski

Ein Leben ohne Internet? Längst nicht mehr vorstellbar! Mittlerweile ist nahezu jede Telefonanlage darauf ausgerichtet, neben dem Festnetz fürs Telefon auch das WLAN fürs Internet bereitzustellen. Wenn es da aber einmal hakt, muss schnell Hilfe her. Leider konnte uns die aber kein IT-Techniker überzeugend bieten. Wer kann wirklich helfen?

Anbieter oder Telefontechniker – wer ist zuständig?

Der erste Schritt eines betroffenen Kunden ist meist: Den Anbieter kontaktieren. Je nach Fehler ist der aber eventuell gar nicht zuständig – und dann kann es teuer werden. Wichtig dabei: Fehler im Netz sind Sache des Providers, also Ihres Anbieters.

Wenn die gesamte Anlage spinnt, d.h. nicht nur das WLAN aussetzt, sondern auch das Telefon versagt und auch per herkömmlicher Kabelverbindung mit Ihrem Rechner kein Internet zur Verfügung steht – dann ist die Faustregel, dass es wahrscheinlich ein Fehler im Netz ist. In diesen Fällen sollte man in der Tat den Provider kontaktieren, denn dafür muss der die Behebung in der Regel (vertraglich zugesichert) kostenlos gewährleisten.

Lokale Fehler hingegen liegen meist dann vor, wenn der Defekt nur einen Teil der Anliege betrifft – wie in unserem Fall das WLAN, in manch anderen Situationen aber oft auch das Telefon.

Das kann verschiedenste Gründe haben (Leitungen in der Wohnung nicht fachmännisch verlegt, Kabel von der Katze angeknabbert, kaputter Telefonapparat), die allesamt nicht das Netz selbst betreffen – und deshalb nicht Vertragsgegenstand des Providers sind. Der Anbieter kann dann zwar trotzdem einen Techniker vorbeischicken, das kann aber sehr teuer werden, weil hier Servicegebühren und die Kosten des Handwerkers (bei vielen Anbietern nur Subunternehmer) zusammenkommen. In solchen Fällen empfiehlt sich also der Anruf beim "regulären" Techniker ohne den Umweg über den Anbieter.

Welches Handwerk ist eigentlich zuständig?

Den "Telefontechniker" als solchen gibt es als Ausbildungsberuf nicht. Stattdessen sind es heute die IT-Techniker (Informationstechniker), die diesen Bereich abdecken und an die man sich im Zweifelsfall wenden sollte. "Informationstechniker" ist zugleich auch die Bezeichnung für einen Handwerker, der in diesem Bereich den Meistertitel erworben hat (die Gesellen firmieren unter "Informationselektroniker"), insofern ist der Begriff auch bereits ein klarer Indikator für einen Meisterbetrieb. Der sollte in solchen Fällen auch in der Tat die erste Wahl sein, weil dieser in der Lage sein sollte, entsprechende Defekte zu finden und zu beheben.

Schon beim "Erstkontakt" trennt sich übrigens  die Spreu vom Weizen: Ein Profi wird sich schon im Telefonat Fehlerbild und Telefonanlage exakt beschreiben lassen und versuchen, durch gezielte Fragen die möglichen Fehlerursachen einzugrenzen. Der Fachmann weiß auch: Bei der Fehlersuche vor Ort kann es nötig sein, die Zugangsdaten parat zu haben – das sind die ursprünglichen Daten, die viele Provider dem Kunden bei Vertragsabschluss zusenden und die für manche Reparaturen essentiell sind. Wer diese nicht greifbar hat, sollte in jedem Fall vorher Kontakt mit dem Anbieter aufnehmen und diese erfragen.

Was sonst passieren kann, haben wir im Test erlebt: Der Techniker muss die Daten beim Anbieter erfragen, dieser kann die aber nicht einfach so rausgeben. Also werden die Daten zurückgesetzt und dem Kunden auf dem Postweg zugesandt – die Fehlerbehebung wird also vertagt, der Techniker muss nochmals anreisen, stellt diese nochmalig Anfahrt in Rechnung und am Ende wird es nicht nur teurer, sondern es dauert auch länger, bis die Anlage wieder funktioniert.

Stand: 22.11.2016, 11:21