Gutscheine – Geschenk mit Ablaufdatum

Gutscheine – Geschenk mit Ablaufdatum

Von Martin Rapp

  • Unbefristete Gutscheine drei Jahre gültig
  • Anspruch auf Auszahlung bei abgelaufenen Gutscheinen
  • Bei Insolvenz Gutscheine meist wertlos

Auf die Gültigkeitsdauer achten

Ist keine kürzere Frist angegeben, gelten Gutscheine grundsätzlich drei Jahre lang, und zwar gerechnet ab Ende des Jahres, in dem sie gekauft wurden. Gutscheine aus dem Jahr 2017 gelten also bis Ende 2020. Anders sieht es bei termingebundenen Gutscheinen aus, wie etwa für Konzerte oder Theatervorstellungen: Sie sind nur für das explizit genannte Ereignis gültig.

Befristung möglich

Auch Gutscheine über Waren oder Dienstleistungen darf der Aussteller befristen. Denn bei der Dienstleistung könnten ja die Preise steigen, und ein Einzelhändler muss seinen Warenbestand kalkulieren können. Eine zu knapp bemessene Frist allerdings ist unwirksam. So wurde etwa einem großen Internethändler gerichtlich untersagt, seine Gutscheine auf nur ein Jahr zu befristen.

Gutscheine

WDR 2 Servicezeit | 27.12.2017 | 02:46 Min.

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Anspruch auf Erstattung nach Fristablauf

Ist die Frist abgelaufen, die drei Jahre nach dem Erwerb aber noch nicht, haben die Gutscheinbesitzer Anspruch darauf, dass ihnen der Geldwert des Gutscheins erstattet wird. Würde der Händler das Geld behalten, hätte er sich ungerechtfertigt bereichert. Bei der Auszahlung darf das Unternehmen aber den kalkulierten Gewinn des Gutscheinbetrags einbehalten. Juristen geben dafür eine Spanne von 15 bis 20 Prozent an.

Gutscheine sind übertragbar

Ein Gutschein ist rechtlich gesehen ein so genanntes "kleines Inhaberpapier". Das heißt: Jeder kann ihn einlösen, selbst wenn er auf eine bestimmte Person ausgestellt ist.

Probleme mit der Übertragbarkeit können sich dann ergeben, wenn ein Gutschein an bestimmte Voraussetzungen gebunden ist. Einen Gutschein für einen Fallschirmsprung etwa kann nur jemand einlösen, der auch körperlich fit genug dafür ist und damit die Voraussetzungen des Anbieters erfüllt.

Risiko Insolvenz

Geht der Anbieter Pleite, darf ein Gutschein nicht mehr eingelöst werden. Der Besitzer des Gutscheins hat dann zwar eine Forderung, die er beim Insolvenzverwalter anmelden kann. Die kommt aber zusammen mit allen anderen Forderungen in einen Topf, aus dem nach Abschluss des Insolvenzverfahrens alle Gläubiger gleichmäßig befriedigt werden. Da aber meist kaum noch Vermögensmasse vorhanden ist, gehen die Besitzer von Gutscheinen in aller Regel leer aus. Um dieses Risiko zu vermeiden, ist es sinnvoll, Gutscheine nicht zu lange zur Seite zu legen.

Stand: 29.01.2018, 13:17