Bezahlen mit Google Pay – klappt`s denn schon?

Bezahlen per Handy

Bezahlen mit Google Pay – klappt`s denn schon?

Von Jörg Brunsmann

  • Bezahlung jetzt mit dem Handy und "Google Pay" möglich
  • Nur Commerzbank, Comdirekt, Boon oder N26 machen zur Zeit mit
  • Ohne ein Smartphone mit Android-Betriebssystem geht es nicht

Diese Banken machen mit

Die Bezahlung funktioniert in Zusammenarbeit mit Banken – das heißt, was man mit dem Handy bezahlt, wird anschließend vom Girokonto abgebucht. Im Moment machen aber nur wenige Banken mit. Um Google Pay nutzen zu können, muss man Kunde von Commerzbank, Comdirekt, Boon oder N26 sein. In Kürze sollen zwei weitere Banken hinzukommen, nämlich die BW-Bank und die britische Online-Bank Revolut.

Bezahlen mit Google Pay

WDR 2 Servicezeit | 03.07.2018 | 03:17 Min.

Download

Diese Geräte braucht man

Ohne ein Smartphone mit Android-Betriebssystem geht es nicht – das heißt, Besitzer von Apples iPhone bleiben außen vor. Apple will allerdings bald ein eigenes Bezahlsystem in Deutschland anbieten. Das Android-Handy muss zudem einige Voraussetzungen erfüllen, um Google Pay nutzen zu können. Es muss mindestens die Android-Version 5.0 installiert sein – was kein großes Problem sein sollte, denn diese Version ist schon 2014 erschienen; alle aktuellen Geräte können da also mithalten. Bei der zweiten Bedingung wird es etwas schwerer: Es muss ein so genannter "NFC"-Chip installiert sein. Er ermöglicht erst die drahtlose Kommunikation. Vor allem günstige Geräte haben diesen Chip oft nicht.

Wo kann man bezahlen?

Viele große Ladenketten machen mit: Saturn, Media Markt, Kaufland, Lidl, Aldi Süd, Hornbach und McDonalds, um die Größten zu nennen. Unser Praxistest hat allerdings ergeben: Man muss zum Teil hartnäckig nachfragen, um das Bezahlsystem nutzen zu können; nicht alle Kassiererinnen und Kassierer wissen schon, wie es funktioniert. Schon bald könnten nach Google Pay auch andere Bezahlsysteme für das Smartphone dazu kommen – Apple hat ein solches System, bietet es aber bisher in Deutschland nicht an. Und die Sparkassen und die Volks- und Raiffeisenbanken haben angeblich eigene Systeme in der Entwicklung, die auch schon bald flächendeckend verfügbar sein könnten.

Wie praktisch ist das Bezahlen mit dem Handy?

Richtig praktisch könnte das Bezahlen beim täglichen Einkaufen etwa in der Bäckerei, im Café oder dem Kiosk sein. Für Beträge bis 25 Euro muss man sein Handy kurz aufwecken, auf das Bezahlterminal auflegen und alles ist erledigt. Bei höheren Beträgen wird in der Regel – ähnlich wie bei der EC-Karte – eine Pin-Nummer abgefragt. Das Problem ist aber, dass gerade kleinere Läden häufig noch nicht mitmachen.
Zweites Problem: Die Banken mögen das System nicht wirklich, es machen derzeit zu wenige Geldinstitute mit. Zum Teil arbeiten sie an einem eigenen System. Was das taugt und wann es auf den Markt kommt, ist aber noch unklar.

Und da die Deutschen ihr Bargeld lieben, kann es gut sein, dass das Bezahlen per Handy vorerst in der Nische stecken bleibt.

Stand: 03.07.2018, 11:12