Das teure Leben als Frau

Pink Tax

Das teure Leben als Frau

  • Frauen müssen für viele Produkte mehr bezahlen
  • Unsichtbare "Pink Tax" wird durch Studien belegt
  • Auch Steuerregeln benachteiligen Frauen

Frauen verdienen im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer - müssen aber für viele Produkte mehr bezahlen, teilweise bis zu 50 Prozent. Ein paar Beispiele: Rasierschaum für Frauen? 45 Prozent teurer. Rasierer? Immerhin 15 Prozent. Ein Kurzhaarschnitt kostet für Frauen durchschnittlich 12,50 Euro mehr.

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Reinigung: Blusen teurer als Hemden

Und für die frisch gewaschene Bluse nimmt jede Reinigung durchschnittlich 1,80 Euro mehr als für ein Männerhemd. Das hat die erste bundesweite Studie der Antidiskriminierungsstelle ergeben. Und das, obwohl es sich praktisch um das gleiche Kleidungsstück handelt, es geht dabei ausdrücklich nicht um Mehraufwand. Denn zum einen gibt es auch Blusen, die zum Teil automatisiert geglättet werden können und andererseits gibt es aufwändige Hemden, bei denen das nicht geht.

Regelmäßiger Preisvergleich

Frauenprodukte sind teurer als Männerprodukte, auch wenn sie die gleichen - oder zumindest ähnliche - Inhaltsstoffe enthalten. Eine unsichtbare "Pink Tax" wird erhoben, sobald das Fläschchen in blümchenrosa statt stahlblau verkauft wird. Die Verbraucherzentrale Hamburg belegt das durch regelmäßige Preisvergleiche in Drogerien.

Wie kann das sein? Studien zeigen, dass Frauen bereit sind, mehr Geld für ihr Aussehen oder Hygiene hinzulegen als Männer. Gender-Froscher glauben, dass dies am Frauenbild unserer Gesellschaft liegt: Da sind Frauen nach Rosenwasser duftende Wesen. Männer dagegen dürfen schonmal sexy schwitzen. Die Vermutung liegt nah, dass sich die Industrie das zunutze macht. Hilft sie nicht über Werbung fleißig mit, genau dieses Frauenbild zu erhalten?

Schlechterer Verdienst für Frauen

Aber Frauen müssen nicht nur mehr für bestimmte Produkte zahlen, sie verdienen auch weniger. Sie arbeiten im Schnitt in schlechter bezahlten Berufen oder häufiger in Teilzeit, für gleiche Arbeit werden sie schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen. Insgesamt sind es 21 Prozent weniger, die Frauen am Monatsende auf dem Konto haben.

Steuer benachteiligt Frauen

Und dann ist da noch die Sache mit der Steuer. Tampons und Binden sind Produkte, die fast jede Frau braucht - jedenfalls für eine gewisse Zeitspanne ihres Lebens. Man könnte sagen: Sie zählen für Frauen zum Grundbedarf.

In Deutschland gibt es für Dinge, die jeder braucht, einen ermäßigten Steuersatz: Bücher, Brot und Zucker werden mit sieben statt 19 Prozent besteuert. Auch Krebsfleisch, Hotelübernachtungen oder Schnittblumen zählen dazu. Die Steuer macht das Produkt direkt im Supermarkt um den entsprechenden Prozentsatz teurer.

Die große Ungerechtigkeit: Tampons und Binden gehören nicht zum Grundbedarf - sie werden mit 19 Prozent besteuert.

Aktion: Tampons im Buch

Eine feministische Initiative hat sich deshalb einen Trick überlegt: "The Tampon Book" ist ein Buch und wird niedrig besteuert. Schlägt man es allerdings auf, befindet sich darin ein Satz Tampons.

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Stand: 22.05.2019, 11:14