Der Weg zur unabhängigen Finanzberatung

Zwielichtiger Mann mit drei 500 Euro Noten vor seinem Gesicht

Der Weg zur unabhängigen Finanzberatung

Von Sebastian Moritz

Bei Ratschlägen zu Finanzfragen lohnt es sich, genau hinzuschauen, von wem die Tipps kommen. Vorsichtig sollte man bei scheinbar kostenlosen Angeboten sein.

Egal, ob im Online-Blog des selbsternannten Finanzexperten, am Stand vor der Uni oder im persönlich vereinbarten Gespräch: Wenn es um Altersvorsorge, Versicherungen und andere finanzielle Angelegenheiten geht, gibt es viele Ansprechpartner. Doch einige haben dabei vor allem ihre eigenen finanziellen Interessen im Blick.

„Die Skrupel sind sehr gering, man nutzt jede Möglichkeit, um an die Menschen heranzukommen und oft sind das Situationen, in denen man wirklich nicht damit rechnet“, sagt Prof. Dr. Hartmut Walz, Verhaltensökonom an der Hochschule Ludwigshafen.

#26 – Achtung! So werden dir zu teure Finanzprodukte verkauft

Economista 24.10.2021 27:53 Min. Verfügbar bis 24.10.2022 WDR Online


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Jeder kann sich Berater nennen

Eine Bankberaterin erläutert in einem Buero einer Kundin mögliche Anlagestrategien.

Nicht jeder "Berater" ist seriös

Sinnvoll sei eine persönliche Beratung etwa bei der Berufsunfähigkeitsversicherung. Da der Bezeichnung des „Beraters“ in Deutschland jedoch nicht geschützt sei, entstehe oft der Eindruck, es handele sich um eine neutrale und unabhängige Instanz. Tatsächlich seien es aber oft Vermittler, die hohe Provisionen für die von ihnen verkauften Finanzprodukte kassierten.

„Der Kontakt sollte immer von mir aus gehen. Wenn ich irgendwo angequatscht werde, kann ich mir praktisch sicher sein, dass mir da jemand etwas verkaufen möchte“, so Walz. Grundsätzlich ist zwischen drei verschiedenen Arten von „Beratern“ zu unterscheiden.

Auf Provisionen angewiesen: Die Vertreter

Versicherungsvertreter arbeiten mit einer oder mehreren Versicherungen zusammen. Sie versuchen daher, ihre Kunden davon zu überzeugen, einen Vertrag von genau diesen Anbietern zu unterzeichnen – selbst dann, wenn es aus Sicht des Kunden nicht das beste Angebot ist. Für die Vermittlung eines solchen Vertrags erhalten die Vertreter eine Provision. Für den Kunden ist das Vermittlungsgespräch in der Regel kostenlos. Schließt man einen Vertrag ab, zahlt man für die Provision aber natürlich drauf.

#8 Diese Versicherungen brauchst Du wirklich

Economista 07.02.2021 27:35 Min. Verfügbar bis 07.02.2022 WDR Online


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Nicht komplett unabhängig: Die Makler

Auch ein Makler erhält eine Provision für Kunden, die er zum Beispiel an eine Versicherung vermittelt hat. Im Unterschied zum Vertreter ist er allerdings nicht an bestimmte Versicherungen gebunden. Trotzdem besteht die Gefahr, dass die Kunden hier nicht das für sie beste Angebot erhalten, sondern das, wofür der Makler die höchste Provision bekommt.

Komplett objektiv: Die Honorarberater

Kunde und Berater reichen sich die Hände

Honorarvertreter bieten eine objektive Beratung

Wirklich unabhängig ist die Unterstützung durch einen Honorarberater. Anders als Vertreter und Makler finanzieren sie sich ausschließlich über das Honorar ihrer Kundschaft. Der Vorteil: Kunden erhalten hier wirklich eine objektive Beratung. Eine Stunde bei einem Honorarberater kostet rund 200 Euro.

Stand: 22.10.2021, 14:28