Falsche Nebenkostenabrechnung

Falsche Nebenkostenabrechnung

Von Klaus Kuderer

Nach Untersuchungen von Mieterschützern ist jede zweite Nebenkostenabrechnung falsch. Wer Zweifel an der korrekten Berechnung hat, sollte sich informieren - das kann sich lohnen.

Korrekte und vollständige Abrechnung vorgeschrieben

Ein Mann sitzt einem Mitarbeiter des Mieterschutzbunds gegenüber, der in ein Tablet schaut.

Unterstützung bekommen Mieter zum Beispiel beim Mieterschutzbund oder bei Mietervereinen.

Der Vermieter ist verpflichtet, alle anfallenden Kosten aufzulisten, die im Mietvertrag aufgeführt sind. Geschieht dies nicht, ist die Nebenkostenabrechnung ungültig. Der Mieter sollte allerdings wissen, welche Mietkosten zulässig sind und welche nicht. Grundsätzlich können Eigentümer in der Betriebskostenabrechnung 17 Einzelposten anteilig an die Mieter weitergeben. Dazu zählen unter anderem die Grundsteuer, die Entwässerung, die Müllbeseitigung, die Straßenreinigung und die Gartenpflege. Kosten für die Hausverwaltung, Bankgebühren oder für Reparaturen sind wiederum nicht umlagefähig.

Vorgeschriebene Angaben der Nebenkostenabrechnung:

  • Der genaue Abrechnungszeitraum darf nicht mehr als 12 Monate betragen
  • Auflistung der angefallenen Gesamtkosten je Betriebskostenposition
  • Die genaue Summe aller Einzelbeträge je angefallener Nebenkostenposition
  • Konkrete Angaben und eine Erläuterung zum verwendeten Verteilerschlüssel
  • Auflistung, wie sich der eigene Anteil errechnet
  • Die Summe der geleisteten Vorauszahlungen
  • Die Endsumme, die sich aus der Summe der Vorauszahlungen abzüglich der angefallenen Betriebskosten errechnet

Einsicht in die Belege verlangen

Ist die Berechnungsart lückenhaft oder eventuelle Kostensteigerungen nicht erklärbar, hier einige Tipps:

  • Mietvertrag überprüfen: Umlageschlüssel (bei Mehrfamilienhäusern), Verteilung nach Verbrauch, Wohnfläche und Personenzahl
  • Aktuelle Abrechnung mit vorherigen vergleichen
  • Einsicht der Belege vom Vermieter verlangen
  • Bei Bedarf Mieterverein oder Fachanwalt hinzuziehen

Der Mieter muss einen Widerspruch des Mieters schriftlich innerhalb von zwölf Monaten einreichen.

Einbehaltene Nachzahlungen und Mietminderung

Ein Mietshaus mit einer Rasenfläche vor den beiden Eingängen.

Laut Mieterschützern ist jede zweite Nebenkostenabrechnung falsch.

Der Vermieter darf monatliche Vorauszahlungen angemessen erhöhen, wenn der Mieter bereits nachzahlen muss. Wenn aufgrund eines Widerspruchs gegen frühere Nebenkostenabrechnungen der Mieter Teile der Vorauszahlungen bereits einbehält, gilt folgendes: Er kann die Miete nur mindern, wenn der Wohnungseigentümer frühzeitig über mögliche Mängel oder Falschberechnungen informiert wird. Ausschlaggebend für die Höhe ist dann die Kaltmiete einschließlich Heiz- und Nebenkosten. Erfolgt danach keine Beseitigung der Mängel, kann sogar die Miete einbehalten werden. Sind die Forderungen des Mieters allerdings unbegründet, kann der Vermieter sogar fristlos kündigen, wenn zwei aufeinanderfolgende Monatsmieten nicht beglichen wurden.

Stand: 25.10.2017, 11:39