Entschädigungs-Portale für die Bahn

Entschädigungs-Portale für die Bahn

Von Nico Rau

  • Online-Portale helfen bei Entschädigungsansprüchen
  • Manche nehmen Provisionen, zahlen dafür schneller
  • Nicht alle Tickets mit Anspruch werden angenommen

Nur rund 78 Prozent der Züge im Fernverkehr waren zuletzt pünktlich, so steht es in der Pünktlichkeitsstatistik der Deutschen Bahn. Wer nicht direkt ins Reisezentrum geht und dort Ticket und Verspätungsbestätigung des Schaffners vorlegt, der muss sich das Fahrgastrechte-Formular besorgen, ausfüllen und samt Ticket per Post an die Bahn schicken. Die Bahn muss dann innerhalb von vier Wochen zahlen. Es gibt aber Online-Portale, die den bürokratischen Aufwand übernehmen.

bahn-buddy.de: Schnelle Zahlung gegen Provision

Das Portal kauft dem Kunden seinen Entschädigungsanspruch gegenüber der Bahn ab. Dafür wird eine Provision fällig. Der Bahnkunde lädt sein Ticket als PDF hoch und macht weitere Angaben zur Fahrt wie Reisedatum und Zugnummer. Das ist innerhalb weniger Minuten erledigt. Er braucht keine Bestätigung des Schaffners über die Verspätung.

Algorithmen prüfen

Das Portal prüft per Algorithmus dann ein unverbindliches Angebot. Der Vorteil: Nimmt der Kunde das Angebot an, wird das Geld zügig überwiesen. Der Kunde hat danach nichts mehr mit der Entschädigung zu tun, selbst wenn die Bahn die Entschädigung ablehnen sollte. Der Nachteil: Die berechnete Summe ist nicht transparent und in jedem Fall geringer als direkt bei der Bahn. Es werden aber auch durchaus Tickets abgelehnt, die eigentlich entschädigungsberechtigt sind.

Entschädigung bei Bahnverspätungen

WDR 2 Servicezeit 24.05.2019 03:46 Min. Verfügbar bis 23.05.2020 WDR 2

Download

Abhilfe bei der Bürokratie

Auf zug-erstattung.de kann der Bahnkunde ebenfalls sein Ticket hochladen. Hier werden aber noch ausführlichere Daten fällig. Das Portal füllt dann für den Kunden das Fahrgastrechteformular aus und verschickt es für ihn. Ein Antrag pro Jahr ist kostenlos. Jeder weitere kostet 99 Cent. Der Vorteil: Kein Ausdrucken und Verschicken. Der Nachteil: Der Kunde muss genauso lange auf seine Entschädigung warten wie bei einem direkten Antrag bei der Bahn.

Alternative: Refundrebel.com

Im Vergleich zu anderen Entschädigungsportalen hat dieses Portal eine Zulassung als Inkassodienstleister. Ein Anwalt fordert im Namen des Kunden die Entschädigung ein. Sollte die Bahn sie ablehnen, kann der Anwalt den Fall rechtlich überprüfen und möglicherweise erfolgreich dagegen argumentieren. Der Service ist bis Anfang Juni 2019 noch kostenlos. Einen Gang vor Gericht zahlt das Portal nicht.

Stand: 22.05.2019, 15:39