Elektroschrott-Recycling: Neue Regeln und schlechte Quoten

Elektroschrott-Recycling: Neue Regeln und schlechte Quoten

  • Recyclingquote soll von 45 auf 65 Prozent steigen
  • Naturschutzbund kritisiert Quotenregelung
  • Kabel und Steckdosen jetzt auch Elektroschrott

In kaputten Elektrogeräten schlummern jede Menge wertvolle Materialien, die nach dem Recycling wiederverwendet können. Sie enthalten aber auch Schadstoffe, die ordnungsgemäß entsorgt werden müssen.

2016 hat die EU Ziele für die Recyclingquote festgelegt - bislang mussten 45 Prozent der in den drei Vorjahren in Umlauf gebrachten Menge an Elektroartikeln wieder eingesammelt werden. Ab 2019 steigt die Quote - dann muss Deutschland 65 Prozent erreichen.

Recyclingquote wurde fast erreicht

Bislang liegt diese Quote bei 45 Prozent und wurde nach Angaben des Umweltbundesamtes 2016 mit 44,95 Prozent fast erreicht.

Was gehört zum Elektroschrott?

Bis auf wenige Ausnahmen fallen alle Geräte, die Strom brauchen - ob aus der Steckdose, dem Telefonkabel oder einer Batterie - unter die Regelung. Das gilt auch für Produkte, bei denen sich elektrische Bauteile nicht ohne Beschädigung ausbauen lassen. Dazu gehören etwa Rucksäcke mit fest vernähter Beleuchtung oder Badezimmerschränke mit fest eingebautem beleuchteten Spiegel.

Seit dem 1. Mai gehören auch Antennen, Kabel und Stecker - so genannte passive Geräte - in den Elektroschrott.

Was ist kein Elektroschrott?

Glühlampen und Halogenlampen ohne Schadstoffe können weiterhin in den Restmüll geworfen werden. Batterien und Akkus müssen im Handel oder bei kommunalen Sammelstellen gesondert zurückgegeben werden. Autoradios, Warmwassergeräte und Klimageräte fallen ebenfalls nicht unter das Gesetz.

Welche Gerätegrößen müssen Händler zurücknehmen?

Geräte, bei denen jede Seite kürzer als 25 Zentimeter ist, müssen immer zurückgenommen werden. Für größere Apparate gilt das Prinzip alt gegen neu: Wird ein Gerät gekauft, muss ein Gerät der gleichen Kategorie kostenfrei zurückgenommen werden. Das gilt auch, wenn das Gerät nach Hause geliefert wird. Dieser Service muss beim stationären Handel immer kostenlos sein, beim Online-Handel können Kosten anfallen. Online-Händler können auch Sammelstellen benennen, dann müssen sie gar keine Geräte zurücknehmen.

Seit dem 1. Mai ist die Liste der Geräte, die unter den Begriff Elektroschrott fallen, nochmals erweitert worden und umfasst jetzt auch so genannte passive Geräte - also zum Beispiel Kabel und Steckdosen.

Elf Millionen Tonnen werden nicht eingesammelt

Eine Studie im Auftrag des Nabu kommt zu dem Ergebnis, dass zwischen 2006 bis 2016 insgesamt von den etwa 19,35 Millionen Tonnen Elektrogeräten, die verkauft wurden, rund 7,99 Millionen Tonnen getrennt eingesammelt wurden.

Das entspricht einer mittleren Sammelquote in diesem Zeitraum von 41 Prozent pro Jahr. Der Nabu kritisiert, dass die Recyclingquoten nach Gewicht der Geräte berechnet werden und sich nicht auf die ökologisch sensiblen Geräte mit knappen Rohstoffen konzentriere.

Stand: 29.05.2019, 15:33