Einzelaktien: Reizvoll, aber riskant

Ein Liniendiagramm zeigt den Verlauf eines Aktienkurses

Einzelaktien: Reizvoll, aber riskant

Börsen-Neulinge sollten von Einzelaktien die Finger lassen. Die Altersvorsorge sollte niemand darauf aufbauen. Dennoch gibt es Gründe, gezielt in eine Firma zu investieren.

Alles auf eine Karte – das ist an der Börse in der Regel keine gute Idee. Gerade zum Einstieg eignen sich daher breit gestreute ETFs, die möglichst viele Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und Regionen der Welt abbilden. So sinkt das Risiko, große Teile des investierten Geldes zu verlieren. Zugleich profitieren Anleger aber von Renditen, von denen Sparer, die ihr Geld auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto parken, nur träumen können.

Das Investment in Einzelaktien ist wesentlich riskanter – gerät das entsprechende Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten, steigt die Gefahr, das investierte Geld zu verlieren. Allerdings hat das Investment in Einzelaktien auch einige Vorteile. So können Anleger zum Beispiel viel besser steuern, in welche Unternehmen sie investieren.

#24 – Das solltest du vor deinem ersten Aktienkauf wissen

Economista 19.09.2021 26:37 Min. Verfügbar bis 19.09.2022 WDR Online


Download

Keine Kompromisse bei Einzelaktien

Im großen Pool der Aktien eines ETFs sind unter Umständen Unternehmensanteile enthalten, die mit den eigenen ethischen oder moralischen Vorstellungen nicht übereinstimmen. Selbst bei nachhaltigen ETFs müssen Anleger hier oft Kompromisse eingehen. Wer hingegen in ein einzelnes Unternehmen investiert, kann sich besser über die Geschäfte informieren und so besser steuern, was mit dem eigenen Geld passiert.

Außerdem haben Aktionäre die Möglichkeit, über die Geschicke eines Unternehmens mitzubestimmen. Zwar besitzen die wenigsten Privatanleger so viele Aktien, dass sie die Zukunft eines Unternehmens maßgeblich beeinflussen können, doch sie werden zur Hauptversammlung eingeladen und haben hier Rede- und Stimmrecht.

Kennzahlen als Orientierung

Die Verbraucherzentralen raten ganz davon ab, in Einzelaktien zu investieren. Wer sich dennoch dafür entscheidet, sollte sich gut über das jeweilige Unternehmen informieren.

Bei der Bewertung einer Aktie sind mehrere Kennzahlen relevant. Eine der gängigsten ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), dabei wird der Aktienkurs durch den Gewinn des Unternehmens pro Aktie dividiert. Ein niedriges KGV bedeutet, dass die Aktie relativ günstig ist. Ein KGV von unter zwölf gilt allgemein als günstig, ein KGV von über 15 tendenziell als teuer.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Blick auf die Kursentwicklung in der Vergangenheit. Dabei sollten sich Anleger nicht von der Entwicklung der letzten Tage oder gar der vergangenen 24 Stunden blenden lassen, sondern sich die Entwicklung über mehrere Jahre hinweg anschauen.

Daneben spielen noch weitere so genannte „weiche“ Faktoren eine Rolle. Wer führt einen Konzern? Welche Probleme hat eine Branche? Wie positioniert sich das Unternehmen für die Zukunft? Auch diese Fragen können sich auf den Aktienkurs auswirken. Wer Einzelaktien kauft, sollte sich daher gezielt und regelmäßig rund um das entsprechende Unternehmen und die jeweilige Branche informieren.

Grundsätzlich bleibt aber die Erkenntnis: Wer in ein einzelnes Unternehmen investiert, riskiert, sein Geld komplett zu verlieren. Beim langfristigen Vermögensaufbau oder der Altersvorsorge sollten Einzelaktien daher – wenn überhaupt – nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Stand: 17.09.2021, 16:42