Einstieg an der Börse: Diese drei Fehler gilt es zu vermeiden

Ein Liniendiagramm zeigt den Verlauf eines Aktienkurses

Einstieg an der Börse: Diese drei Fehler gilt es zu vermeiden

Immer mehr Deutsche legen ihr Geld an der Börse an. Angesichts niedriger Zinsen sehen viele hier die Chance auf hohe Renditen. Doch Einsteiger sollten einige Punkte beachten, damit sich die Investition auch lohnt.

Meist sind es nur wenige Klicks, bis Nutzer über eine Trading-App auf dem Smartphone ein Depot eröffnet haben. Schon wenig später kann es losgehen mit dem Kaufen und Verkaufen von Aktien, ETFs und Co.

Und das reizt offenbar immer mehr Menschen. Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts bundesweit rund 12,4 Millionen Aktienbesitzer – so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr. Besonders groß war der Zuwachs bei den unter 30-Jährigen.

Obwohl der Weg an die Börse so leicht ist wie noch nie, sollten Einsteiger einige Punkte beachten und die drei häufigsten Fehler vermeiden, damit der Traum von hoher Rendite nicht im finanziellen Fiasko endet.

#14 Diese Aktien-Anfängerfehler musst Du unbedingt vermeiden

Economista 02.05.2021 24:33 Min. Verfügbar bis 02.05.2022 WDR Online


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Fehler Nummer 1: Alles auf eine Karte

Fachleute empfehlen, das Risiko breit zu streuen. So lässt sich verhindern, dass das eigene Vermögen zu sehr von der wirtschaftlichen Situation einzelner Unternehmen abhängt. Eine solche Streuung wäre theoretisch möglich durch das Kaufen von Einzelaktien vieler Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und verschiedenen Regionen der Welt. Allerdings müssten Privatanleger wirklich viele Einzelaktien kaufen, um das Risiko breit zu verteilen. Hinzu kommen die Ordergebühren, die beim Kaufen und Verkaufen dieser Einzelaktien jedes Mal aufs Neue anfallen.

Deutlich einfacher und wirkungsvoller ist eine solche Risikostreuung über Indexfonds, so genannte exchange-traded funds, kurz: ETFs. Dabei handelt es sich um Pakete von Aktien, die die Zusammensetzung eines Wertpapierindexes abbilden.

"Wenn ich ein Paket aus 2000 Aktien habe, schwankt das nicht so. Dadurch, dass ich immer den Durchschnitt betrachte, fallen die Extrema raus", sagt Prof. Dr. Christine Laudenbach, Verhaltensökonomin an der Universität Bonn. Das Risiko extremer Verluste, aber auch die Chance auf enorme Gewinne reduzieren sich so.

Fehler Nummer 2: Kurzfristige Anlage

Außerdem sollten gerade Einsteiger nicht ihr komplettes Vermögen in Wertpapiere investieren. Zwar hat sich der Wert der weltweiten Aktienmärkte in den vergangenen 20 Jahren etwa vervierfacht, doch auch Phasen mit niedrigen Kursen hat es immer wieder gegeben. Wer seine Aktien in solchen Phasen verkaufen muss, nimmt mitunter Verluste in Kauf.

"Kurzfristige Schwankungen sind völlig normal, ich muss einfach überlegen, ob ich das aushalten kann", so Laudenbach. Geld, das kurz- oder mittelfristig für die Finanzierung des Lebensunterhalts oder bereits geplante Anschaffungen wie etwa eine neue Küche oder ein neues Auto benötigt würden, sei an der Börse in der Regel nicht gut aufgehoben. Als Faustregel empfehlen viele Fachleute: Geld, das man an der Börse investiert, sollte für mindestens 15 Jahre angelegt werden.

Fehler Nummer 3: Emotionen beim Aktienkauf

Gefühle und Emotionen sind beim Kauf von Aktien selten ein guter Ratgeber. Wer eine persönliche Bindung zu einem Unternehmen oder einer Branche hat, verliert oft den rationalen Blick auf mögliche Risiken eines Investments.

Zudem können Emotionen wie Gier dafür sorgen, dass Anleger bei steigenden Kursen den richtigen Ausstiegszeitpunkt verpassen und die Aktien zu spät verkaufen. Angst hingegen kann dazu beitragen, dass Anleger zu lange warten und den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg versäumen.

Stand: 03.05.2021, 10:12