Möbel: Warum es sich lohnt, nach Rabatten zu fragen

Rabattschlacht auf dem Möbelmarkt Markt 27.11.2019 06:04 Min. UT Verfügbar bis 27.11.2020 WDR Von Catrin Risch

Möbel: Warum es sich lohnt, nach Rabatten zu fragen

  • Zwei Drittel der in Deutschland verkauften Möbel sind importiert
  • Hohe Preisunterschiede bei identischen Stücken
  • Verbraucher können Hersteller schwer erkennen
  • Händler gewähren häufig auf Nachfrage Rabatte

Nicht erst seit die Discounter ins Möbelgeschäft eingestiegen sind, liefern sich Einrichtungshäuser und Online-Händler regelrechte Preisschlachten. Dennoch stehen die Kunden oft vor dem Problem, dass sich die vermeintlichen Schnäppchen nur schwer vergleichen lassen.

Bei vielen Möbeln finden sich nämlich keine Angaben zum Hersteller, es gibt keine Kennzeichnungspflicht. Häufig ist nur die Handelsmarke der Einkaufsgemeinschaft angegeben. So heißt dann die gleich aussehende Kommode bei dem einem Anbieter "Spice" und im nächsten Geschäft "Palermo".

Weniger Möbelhersteller in Deutschland

"80 Prozent des Möbelmarktes werden inzwischen durch Verbände kontrolliert. Die werden immer größer, schließen sich immer mehr zusammen", erklärt Jan Kurth, Geschäftsführer vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM). Das sorgt für Preisdruck bei den Herstellern. Die Zahl der Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten ist in Deutschland von 2006 bis 2018 von 564 auf 480 gefallen.

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"Für den Verbraucher führt das dazu, dass sich das Angebot vereinheitlicht", sagt Kurth. Vor allem im günstigen Preissegment finden sich häufig die gleichen - importierten - Produkte. Rund zwei Drittel der in Deutschland verkauften Betten, Sofas & Co werden heute im Ausland hergestellt, zur Jahrtausendwende waren es lediglich 33 Prozent.

Übersicht im Preisdschungel behalten

Die deutsche Möbelbranche will nun das Label "Made in Germany" als Qualitätssiegel wiederbeleben. Es soll zertifizieren, dass Produkte in Deutschland entwickelt, gefertigt und kontrolliert wurden und so die heimische Nachfrage beleben.

Wer das richtige Stück gefunden hat, sollte aber auch bei der Preisverhandlung mit dem Händler aufmerksam sein. Hier wird's ein bisschen psychologisch: Denn die fehlende Vergleichbarkeit und mangelnde Erfahrung der Verbraucher machen sich die Händler zunutze. "Wichtig zu wissen ist: Die Preise sind nicht festgetackert", erklärt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale NRW. Seiner Erfahrung nach sind bei den Händlern im Schnitt etwa zehn Prozent Rabatt bereits einkalkuliert. "Man sollte immer ein Preisgespräch ins Auge fassen", betont Tryba.

Stand: 27.11.2019, 20:15