Brexit: Das bedeutet der EU-Ausstieg der Briten für Verbraucher

Die Fahnen Groß Britanniens und der EU

Brexit: Das bedeutet der EU-Ausstieg der Briten für Verbraucher

Von Sebastian Moritz

  • Zunächst bleibt alles beim Alten
  • Komplikationen beim Online-Shopping möglich
  • Einlagensicherung bei britischen Konten

Obwohl die Briten die Europäische Union zum 31. Januar verlassen, ändert sich für Verbraucher zunächst kaum etwas. Denn: Ab dem 1. Februar beginnt eine Übergangsfrist, in der die EU und Großbritannien ihre künftigen Beziehungen verhandeln.

Diese Übergangsfrist dauert mindestens bis Ende 2020. So lange gelten in Verbraucherfragen die gleichen EU-Regeln wie bisher. Sollte kein Handelsabkommen zustande kommen, droht ein „No-Deal“-Brexit. Der hätte für Verbraucher unangenehme Folgen.

Einkäufe könnten teurer werden

Ohne Handelsabkommen könnten bei Einkäufen in Großbritannien zusätzliche Kosten entstehen. Je nach Warenwert drohen Zoll und Einfuhrumsatzsteuer. Zollkontrollen könnten zudem dafür sorgen, dass Lieferungen aus Großbritannien deutlich später in Deutschland ankommen als bisher.

Außerdem drohen Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Verbraucherschutzrechten. Wer beispielsweise sein 14-tägiges Rückgaberecht bei Online-Einkäufen einklagen möchte, muss sich künftig möglicherweise nicht nur an deutsche Gerichte wenden, sondern auch an ein britisches Gericht. Das kann mitunter mühsam werden.

Kosten für Auslandssemester steigen

Studenten, die ein Auslandssemester in Großbritannien verbringen möchten, müssen im Fall eines ungeregelten Brexits möglicherweise deutlich höhere Studiengebühren zahlen. Bisher zahlen sie die gleichen Gebühren wie britische Studenten, dieser Vorteil könnte wegfallen.

In einer Liebesbeziehung zu England

WDR 5 Neugier genügt - Freifläche 30.01.2020 12:10 Min. Verfügbar bis 29.01.2021 WDR 5

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Entscheidend ist dabei der Beginn des Studiums: Wer mit seinem Auslandssemester während der Übergangszeit beginnt, wird es auch nach den bisher geltenden Regeln beenden können, heißt es beim Deutschen Akademischen Auslandsdienst.

Geringerer Schutz für Lebensversicherungen

Viele britische Lebensversicherungen mit Kunden im Ausland haben inzwischen Niederlassungen in einem EU-Staat. Nur so dürfen sie weiterhin mit Kunden zum Beispiel in Deutschland Geschäfte machen. An den Leistungen und Ansprüchen ändert sich damit in der Regel nichts.

Probleme könnte es allerdings geben, wenn die Versicherung in Schieflage gerät und zahlungsunfähig wird. Denn: Der britische Entschädigungsfonds für solche Fälle gilt bei Tochtergesellschaften in anderen EU-Staaten nicht.

Erspartes bleibt geschützt

Wer sein Geld auf dem Konto einer britischen Bank hat, braucht sich in der Regel keine Sorge um die Absicherung seines Vermögens machen. Die Europäische Einlagensicherung gilt auch im Fall eines „No-Deal“-Brexits.

Überblick: Das wird sich ändern - das könnte sich ändern

Ob sich für Verbraucher etwas ändert, hängt von den anstehenden Verhandlungen zwischen der EU und den Briten ab.

Ein Schild mit dem Hinweis, dass der Pass zur Einreise nach Großbritannien benötigt wird.

Reisen
Die Kosten für einen Urlaub in Großbritannien werden wohl nicht steigen. Das Pfund könnte sogar noch weiter an Wert verlieren.

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Onlineshopping
Entscheidend für die Auswirkungen auf den Handel sind die Verhandlungen über den Brexit-Deal. Sollte es keine Einigung geben, drohen zum Beispiel Zoll und Einfuhrumsatzsteuer.

Auslandssemester
Die Unis in England verlangen Studiengebühren. Aktuell zahlen deutsche Studierende so viel wie ihre britischen Kommilitionen - das könnte sind ändern.

Spareinlagen
Die Europäische Einlagesicherung gilt auch im Fall eines „No-Deal“-Brexits. Das Ersparte auf britischen Konten gilt also als sicher.

Lebensversicherung
Das gilt im Prinzip auch für Lebensversicherungen bei britischen Versicherern, da sie meist Tochtergesellschaften in der EU haben. Allerdings sind die nicht durch den britischen Entschädigungsfonds abgesichert.

Stand: 30.01.2020, 16:44