Brexit: Was sich für Verbraucher ändert

Britische Flaggen stehen in einem Geschäft

Brexit: Was sich für Verbraucher ändert

  • Keine Störungen bei Bahn und Flug erwartet
  • Britische Waren könnten teurer werden
  • Fahrgastrechte könnten sich ändern

Reisen nach Großbritannien

Selbst mit einem harten Brexit, muss der Osterurlaub nach Großbritannien nicht ausfallen, aber man sollte sich vorher informieren. So ist noch unklar, wie sich der Grenzübertritt gestalten wird und ob man künftig einen Reisepass oder sogar ein Visum braucht.

Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale wird es weder im Bahn-, Bus- noch Flugbetrieb zu größeren Störungen kommen. Die EU hat hier Notfallpakete vorbereitet, damit der Verkehr nicht zum Stillstand kommt. Eine Garantie ist das jedoch nicht, am besten rechtzeitig bei Airline, Busunternehmen oder Bahn informieren.

Was bedeutet ein harter Brexit für Verbraucher?

WDR 5 Profit - aktuell | 12.03.2019 | 03:14 Min.

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Fahrgastrechte könnten sich ändern

Allerdings: Wenn Sie mit einem britischen Anbieter von Großbritannien aus starten, gelten mit einem Brexit ausschließlich die britischen Fahrgastrechte. Diese sind vorerst mit der EU identisch, könnten aber künftig abweichen.

Wer mit dem Auto reist, sollte bei der Versicherung nachfragen, ob die Police auch die Fahrt nach Großbritannien abdeckt und ob gegebenenfalls die Grüne Versicherungskarte mitgeführt werden muss.

Smartphone und Online-Dienste

Telefonieren, SMS und im Internet surfen – all das darf seit Mitte 2017 in der EU nicht mehr kosten als daheim. Mit dem Brexit droht das für Großbritannien zu kippen. Wie teuer es dann für Verbraucher wirklich wird, bleibt aber noch abzuwarten. Einige Anbieter haben schon jetzt EU-Tarife für Länder, die nicht EU-Mitglied sind.

Unter Umständen können bei Reisen nach Großbritannien die Zugriffe auf Inhalte bei Online-Diensten wie Spotify, Netflix oder Kindle eingeschränkt werden, weil das EU-Verbot für Ländersperren wegfallen würde.

Einkaufen in Großbritannien

Einigt man sich auf kein Abkommen, kann man nicht mehr beliebig viele Waren aus Großbritannien mit nach Deutschland bringen. Würde das Vereinigte Königreich behandelt wie anderen Drittstaaten – zum Beispiel USA oder China – dürften mit dem Schiff oder Flugzeug nur noch Waren im Wert von 430 Euro abgabenfrei eingeführt werden (Auto 300 Euro).

Wer noch mehr eingekauft hat, muss Einfuhrgebühren bezahlen. Auch bei Online-Einkäufen fallen entsprechende Abgaben an.

Versicherungen und Geldgeschäfte


Mit einem Brexit könnte man in Großbritannien nicht mehr ohne Weiteres mit der deutschen Versicherungskarte zum Arzt gehen. Hier wäre ein zusätzlicher Auslandskrankenschutz ratsam.

Auch wer eine britische Lebensversicherung abgeschlossen hat, sollte aufpassen. Einige Versicherungen wollen ihre Geschäfte nach Irland oder Luxemburg verlegen. Hier müsste geprüft werden, wie im Falle einer Insolvenz die Kunden abgesichert sind.

Stand: 14.03.2019, 11:15