Black Friday: Umstrittene Schnäppchenjagd

Das Bild zeigt den Schriftzug "Sale" auf einem Schaufenster.

Black Friday: Umstrittene Schnäppchenjagd

  • Hohe Umsatzzahlen an Black Friday und Cyber Monday erwartet
  • Nutzen für den Verbraucher ist umstritten
  • Flexibilität zahlt sich bei der Schnäppchenjagd aus

Am Black Friday (29.11.) und am Cyber Monday (02.12.2019) werden nach Schätzungen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) etwa 3,1 Milliarden Euro umgesetzt. Stimmen die Schätzungen, sind das 22 Prozent mehr als 2018. Die aus den USA importieren Schnäppchentage haben damit den klassischen Winterschlussverkauf abgelöst.

Experte: Handel braucht Kaufanreize

"Rabattanlässe sind sehr wichtig für den Handel", erklärt Stefan Hertel vom HDE. Durch Rabattaktionen könnten die Händler auf sich aufmerksam machen und neue Kunden gewinnen. Und tatsächlich: Einer Umfrage der Unternehmensberatung PwC zufolge wollen mehr als zwei Drittel der deutschen Verbraucher (71 Prozent) in diesem Jahr den Black Friday oder den unmittelbar folgenden Cyber Monday zum Shoppen nutzen.

Nur kleine Ersparnis für Verbraucher

Auftakt zur Black-Friday-Woche

WDR 2 Servicezeit 25.11.2019 03:22 Min. Verfügbar bis 24.11.2020 WDR 2

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Der Nutzen für den Kunden ist allerdings umstritten. Stichproben der Verbraucherzentrale NRW aus den letzten Jahren zeigen, dass die Preisreduzierungen an solchen Rabatttagen durchschnittlich – statt versprochener 50 Prozent Rabatt und mehr – real nur bei unter 20 Prozent lagen.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Überprüfung von über 2.500 Produkten durch das Preisvergleich-Portal Idealo im Jahr 2018. Dem Test zufolge waren zwar drei Viertel der untersuchten Produkte generell günstiger als im Monat davor. In den 50 nachfragestärksten Kategorien am Black Friday lag die durchschnittliche Preisersparnis jedoch bei lediglich sechs Prozent.

Tipps zum Sparen: Flexibilität zahlt sich aus

Wer echte Schnäppchen machen möchte, sollte sich daher flexibel zeigen. Insbesondere Unterschiede in der Ausstattung oder Farbe von Produkten schlagen sich zum Teil deutlich auf die Höhe der Rabatte nieder. Die Verbraucherzentrale rät zudem, bei der Schnäppchenjagd einen kühlen Kopf zu bewahren.

Bei der Einschätzung, ob es sich um ein echtes Schnäppchen handelt oder nicht, helfe der Vergleich über Preisvergleich-Portale. Sie liefern auch die Möglichkeit, einen Preisalarm einzurichten. Dieser informiert den Verbraucher automatisch, sobald ein Produkt zu einem vorab festgelegten Wunschpreis angeboten wird.

Sicher online shoppen - so geht's

Bei der Frage, ob es sich um einen seriösen Online-Shop handelt, hilft bereits eine kurze Suche nach Nutzerrezensionen. Auch ein Blick in das Impressum liefert Hinweise über die Seriosität. Wird zudem ausschließlich die Zahlung per Vorkasse angeboten, sollten Sie vorsichtig sein. Auf der sicheren Seite ist man mit der Bezahlung auf Rechnung oder per Lastschrift.

Amazon Prime Days & Co: Worauf achten bei der Schnäppchen-Jagd?

WDR 2 Servicezeit 15.07.2019 03:40 Min. Verfügbar bis 14.07.2020 WDR 2

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dpa/red | Stand: 25.11.2019, 09:23

Kommentare zum Thema

3 Kommentare

  • 3 Eberhard 23.11.2018, 18:20 Uhr

    Hat jemand schon mal gehört das ein Händler etwas verschenkt... Also Betrug

  • 2 Suchtfrei. 23.11.2018, 13:34 Uhr

    Derlei Aktionen sollen allein zwecks Profitmaximierung nur noch mehr Menschen zu kauf- und online- und smartphonesuchtkranken, psychisch schwer schwer gestörten "Ich-will-immer-überall-alles-sofort-und-möglichst-für-lau-haben"-Zombies/Babies regredieren und entündigen.

  • 1 Stefan S. 23.11.2018, 12:21 Uhr

    Ehrlich gesagt, habe ich gestern zum erstenmal vom Black Friday gehört. Mir scheint da etwas in den Medien hochgeredet zu werden, bis alle dran glauben. 'Ein gesellschaftliches Phänomen, das sich durch alle Schichten zieht'? – Frau Moderatorin, Sie sollen moderieren (von 'moderat, gemäßigt'), nicht für jeden Unsinn werben. Bitte etwas mehr Distanz und weniger Emphase in der jungen Stimme!