Black Friday und Cyber Monday

Black Friday und Cyber Monday

Viele Händler läuten die Weihnachtseinkaufsaison mit dem Black Friday ein. Der Online-Handel lockt zudem mit dem Cyber Monday. Doch lohnt sich die Schnäppchenjagd?

In vielen Läden herrscht am Black Friday die "Rabattitis": Einer US-amerikanischen Tradition folgend versprechen die Händler ihren Kunden besondere Schnäppchen und saftige Rabatte. Der Online-Händler Amazon legt mit der Aktion schon am Cyber-Monday los. Doch Kunden sollten die Ersparnis bei solchen Aktionen nicht überschätzen.

Woher kommt der Black Friday?

Woher der Begriff "Black Friday" kommt, darüber rätseln selbst die Fachleute: Möglicherweise weil die Straßen früher an diesem Tag schwarz vor einkaufenden Menschen waren – oder weil die Händler dann schwarze Hände vom vielen Geldzählen hatten, heißt es. Klar ist nur: Der "Black Friday" ist eine Erfindung US-amerikanischer Geschäfte. Mit ihm starten sie in den USA traditionell das Weihnachtsgeschäft – immer am Freitag nach Thanksgiving, einem Brückentag, an dem viele Zeit zum Einkaufen haben.

Diese Tradition hat mittlerweile auch in Deutschland Fuß gefasst. Hierzulande wirbt besonders der Onlinehandel immer intensiver mit dem "Black Friday", aber auch stationäre Geschäfte und Kaufhäuser beteiligen sich daran.

Klicks höher als sonst

Angefangen hat 2006 der Elektronikhändler Apple, mittlerweile nutzen viele große Händler, vor allem aus den Bereichen Elektronik, Mode, Lifestyle und Spielzeug den Anlass, um bis zum folgenden Montag ("Cyber Monday") ihre Klicks und Verkäufe nach oben zu treiben. Verglichen mit einem Durchschnittsfreitag schießen die Seitenbesuche angeblich um über 60 Prozent in die Höhe. Die Zahl der Bestellungen nimmt über 80 Prozent zu.

Black Friday - Wie kann ich wirklich sparen? Teil 2

WDR 2 Servicezeit | 23.11.2017 | 03:17 Min.

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Black Friday - Richtig online shoppen Teil 1

WDR 2 Servicezeit | 20.11.2017 | 03:42 Min.

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"Das wird von Jahr zu Jahr immer stärker"

Vor fünf Jahren sei der Black Friday bei uns zum ersten Mal so richtig aufgekommen, sagt E-Commerce-Experte Kai Hudetz vom Institut für Handelsforschung in Köln. Es sei ein bisschen wie beim US-Import Halloween: "Das wird von Jahr zu Jahr immer stärker." Auch wenn sich ein Teil der Angebote nicht auf aktuelle Ware beziehe, sondern auf Artikel, "die ohnehin dabei sind auszulaufen." Und: Mal gibt es eine Pauschale aufs gesamte Sortiment oder nur auf bestimmte Marken, manchmal nur auf ausgewählte Artikel.

Der Trick mit der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP)

Kunden sollten bei allem "Werbe-Bohei" die Ersparnisse nicht überschätzen. "Die dicken Prozent-Nachlässe fallen den Kunden sofort ins Auge. Von dieser Rot-Orgie sollte man sich nicht blenden lassen", warnt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale NRW.

Viele Shops arbeiten mit einem Trick: Sie rechnen die Prozente von der unverbindlichen Preisempfehlung der Hersteller herunter. Doch diese UVP wird ohnehin fast nie verlangt. "Das sind Preise die nie genommen werden, sondern nur dazu dienen, Rabatte zu suggerieren." Verglichen mit den faktischen Normalpreisen sparen Kunden weniger.

"Blitzangebote" schon lange im Netz

Eines haben die vermeintlichen Super-Angebote gemeinsan. Die Verkäufer suggerieren, dass der Artikel nur kurz so günstig sei. Das stimmt aber oft nicht, weiß Mark Streier, Experte für Online-Handel und früher selbst Online-Händler: "Bei Amazon gibt es aktuell den 'Amazon Kid Fire' für 89 Euro. Ein ähnliches Angebot hat es aber auch schon Ende Oktober gegeben."

Wahren Marktpreis im Netz checken

Wo der wahre Marktpreis eines vermeintlich supergünstigen Artikels liegt, können Kunden leicht herausfinden: Kostenlose Preisvergleichsportale geben einen Überblick. Gleichzeitig bieten sie häufig auch eine Funktion, mit der sich der Durchschnittspreis eines Artikels in den vergangenen Wochen und Monaten anzeigen lässt. Damit lassen sich dann echte von falschen Schnäppchen unterscheiden.

Noch leichter geht der Preisvergleich mit so genanten Browser Plugins. Diese ersparen das umständliche Herauskopieren und zeigen den Preisvergleich in der Regel direkt auf der Seite des Händlers an. Die Plugins müssen jedoch für jeden Browser programmiert werden. Daher zunächst prüfen, ob für den eigenen Browser ein entsprechendes Plugin vorliegt.

Plugins schaffen Transparenz

Eine Frau zeigt auf modische Schuhe, die online angeboten werden.

Echtes Schnäppchen?

Daneben gibt es auch spezielle Plugins für einzelne Händler. Für den Platzhirsch im Onlinehandel Amazon lassen sich mit der "Keepa"-Erweiterung oder dem Plugin der Suchmaschine "camelcamelcamel" die Preise überprüfen. Dabei wird einem direkt auf der jeweiligen Produktseite angezeigt, wie sich der Preis entwickelt hat - und ob es sich beim aktuellen Angebot um ein Schnäppchen handelt.

Schnäppchenzeit ist immer

Und wie viel kann der Verbraucher sparen? Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW kommt zu dem Ergebnis: Vergleicht man die Angebote mit den tatsächlich üblichen Marktpreisen, fällt die Ersparnis überschaubar aus: "Statt der versprochenen fast 60 Prozent Reduzierung sind es unter 20 Prozent", sagt Verbraucherschützer Tryba. Das bedeutet: Schnäppchen lassen sich durchaus finden. Doch je höher die angeblichen Prozente bei der Preisreduktion, desto skeptischer sollten Kunden sein. "Das Thema wird jetzt "gehypt", man muss aber wissen: Schnäppchenzeit ist immer", sagt Verbraucherschützer Tryba. Im Interneteinkauf sowieso. Aber auch viele Läden bieten vor Weihnachten immer wieder Rabattaktionen und Sonderangebote. Der "Black Friday" ist also nicht die letzte Chance auf günstige Weihnachtseinkäufe.

Stand: 23.11.2017, 00:00