Bankfiliale auf acht Quadratmetern

Bankenbus und Supermarkt statt Bankfilialen? Servicezeit 27.11.2019 05:31 Min. Verfügbar bis 27.11.2020 WDR Von Udo Müller

Bankfiliale auf acht Quadratmetern

  • Banken und Sparkassen schließen aus Kostengründen Filialen
  • Sparkasse kommt mit Bus zu den Kunden
  • Geld gibt's oft auch an der Supermarktkasse

Zweimal pro Woche kommt der rote Sparkassen-Bus zum Beispiel nach Waldbröl - und bietet den Kunden alles, was auch eine große Filiale zu bieten hat: Einen Geldautomaten, einen Kontoauszugsdrucker und einen Mitarbeiter am Schalter - alles komprimiert auf nur acht Quadratmetern. Für eine Stunde macht der Bus Halt, dann geht's weiter. Vier Stationen schafft er am Tag.

Nötig wurde der Bankenbus, weil im Waldbröler Wohngebiet vor ein paar Monaten die Filiale aus Kostengründen geschlossen wurde. So wie viele andere Filialen in Deutschland auch. Seit 2007 hat sich die Zahl aller Kreditinstitut-Filialen erheblich reduziert, von 2017 auf 2018 noch einmal besonders deutlich.

Gab es Ende 2017 nach Angaben der Bundesbank noch 30.126 Zweigstellen von Kreditinstituten, so sank die Anzahl im Laufe des Jahres 2018 auf 27.887 Zweigstellen. Dies entspricht einem Rückgang von 7,4 Prozent. In den Jahren 2016 und 2017 betrug der Rückgang jeweils 5,9 Prozent.

Geld sparen in der Banken-WG

Die Sparkasse setzt aber nicht überall auf den kostengünstigeren Sparkassen-Bus. In Hessen etwa hat sie sich mit der Volks- und Raiffeisenbank zu einer "Banken-WG" zusammengeschlossen. Dort kümmern sich die Institute tageweise abwechselnd in so genannten "Finanzpunkten" um die finanziellen Wünsche ihrer Kunden.

"Wir haben die Infrastruktur zusammengeschmissen", erläutert Oliver Klink, Vorstandsvorsitzender der Taunus Sparkasse. "Es gibt Automaten von uns und von der Volksbank, die man aber überkreuz benutzen könnte. Und getrennt bleiben die IT und die Menschen, das macht den Unterschied.“ 100.000 Euro Miet- und Personalkosten können so pro Jahr eingespart werden.

Geld im Supermarkt abheben

Auch andere Akteure bringen sich bereits in Stellung. In vielen Supermärkten kann man Bargeld an der Kasse abheben. Allerdings muss hierfür häufig vorher für 10 oder 20 Euro im Markt auch eingekauft werden.

Die Sparda-Bank geht hier noch einen Schritt weiter: Per App kann der Kunde Geld an vielen Supermarktkassen abholen, ohne vorher einzukaufen. Dafür scannt der Verkäufer im Laden einfach den Barcode der App.

Stand: 27.11.2019, 14:06