Private Altersvorsorge: Früh sparen lohnt sich

Ein kaputtes Sparschwein

Private Altersvorsorge: Früh sparen lohnt sich

Von Philip Raillon

  • Schon mit kleinem Gehalt lässt sich fürs Alter sparen
  • Staat fördert die Riester-Rente, auch bei Azubis
  • Altersvorsorge mit ETFs ist risikoreicher

Wer eine Rente in der Höhe des letzten Einkommens haben möchte, der muss selbst vorsorgen und sollte damit möglichst früh anfangen. Denn: Je länger man spart, desto weniger muss man insgesamt beiseitelegen.

Eine Möglichkeit vorzusorgen sind ETFs. Die "Exchange traded funds“ sind börsengehandelte Fonds, bei denen der Sparer Anteile verschiedener Unternehmen kauft. Die Fonds bilden Indizes wie den Dax nach und sind daher besonders günstig, weil sie nicht aktiv gemanagt werden müssen. Anlegen kann man bereits kleine Beträge, beispielsweise 25 Euro im Monat.

ETFs bieten viel Flexibilität

Sparer sind dabei sehr flexibel. Wer sich für einen solchen Fonds entscheidet, sollte aber einem Sparplan folgen, rät Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur beim Magazin Finanztip.

Die Fonds bergen aber auch ein Risiko. Sinken die Aktienkurse, schrumpfen die Einlagen. Auf Zeiträume von 15 Jahren gesehen machten die ETFs bislang aber immer Gewinn, beruhigt Tenhagen. Allerdings sind die Rücklagen nicht insolvenzsicher: Wer Schulden nicht begleichen kann, muss an seinen ETF gehen.

Betriebliche Altersvorsorge ab 50-Prozent-Zulage

Eine Alternative für Risikoscheuere kann die betriebliche Altersvorsorge sein. Dabei wird ein Teil des Bruttogehalts angelegt. Gleichzeitig gibt der Arbeitgeber mindestens fünfzehn Prozent dieses Betrags hinzu."Das lohnt sich aber erst ab fünfzig Prozent Arbeitgeberzulage“, sagt Max Schmutzer, Rentenexperte bei der Stiftung Warentest.

Staat fördert das Sparen mit der Riester-Rente

Bei der Riester-Rente legt der Sparer monatlich eine bestimmte Summe zur Seite. Der Staat belohnt das mit bis zu 175 Euro jährlich. Die gesamte Förderung bekommt, wer vier Prozent seines Bruttogehaltes zurücklegt.

Für unter 25-Jährige legt der Staat einmalig 200 Euro drauf, auch für Eltern gibt es Sonderzuschläge. Zusätzlich winkt eine monatliche Steuerbegünstigung. "Wegen dieser staatlichen Förderung sollte die Riester-Rente für Berufseinsteiger die erste Wahl sein“, sagt Claudia Mokanski, Beraterin bei der Sparkasse Dortmund.

Bank kassiert für den Abschluss der Riester-Rente

Die Riester-Rente gibt es aber nicht umsonst. Die Bank, die das Produkt vermittelt, lässt sich dies bezahlen, sodass die ersten Sparsummen de facto auf das Konto der Bank wandern.

Insgesamt gilt: Fürs Alter sparen, aber vom Dispo leben ist keine gute Idee. "Sie sollten erstmal zusehen, dass Sie den Alltag meistern“, so Finanztip-Chefredakteur Tenhagen.

Stand: 28.08.2019, 14:19