Geschenke-Check: Fitnessarmbänder

Geschenke-Check: Fitnessarmbänder

Fit und schlank zu sein, liegt im Trend. Deshalb werden auch in diesem Jahr wieder viele Fitnessarmbänder unter dem Weihnachtsbaum landen. Das schlaue Armband protokoliert, wie viel wir uns bewegen.

Machen Fitnessarmbänder wirklich fit? Eine Frage, die sich gerade viele Menschen stellen, denen sie im Internet, in Prospekten oder im Geschäft begegnen. Entkommen kann man den technisch gewitzten Armbändern kaum noch; sie sind schwer in Mode und werden in Dutzenden Varianten angeboten. Was steckt dahinter und was darf man von einem Fitnessarmband erwarten?

Geschenke-Check: Fitnessarmbänder

WDR 2 Quintessenz | 21.12.2016 | 03:23 Min.

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Bringen einen die Armbänder wirklich auf Trab?

Die Selbstvermessung des Menschen ist ein neuer Trend. Auf Schritt und Tritt begleitet uns die Technik und hält fest, was wir vielleicht selbst gar nicht so genau wissen wollen. Zum Beispiel, dass wir uns zu wenig bewegen. Genau dagegen sollen die Fitnessarmbänder ein Mittel sein. Die meisten dieser Armbänder sind dabei technisch ziemlich simpel aufgebaut – es sind im wesentlichen Schrittzähler, die ihre Informationen per Funk an Smartphone oder PC weitergeben können. Ohne diese Auswertungssoftware sind die Armbänder nicht einmal die Hälfte wert, denn die Software macht die eigentliche Arbeit. Dort wird gespeichert, wie viel man sich in den letzten Tagen, Wochen oder Monaten bewegt hat; dank der Software kann das Armband Vorgaben machen, wie viele Schritte man am Tag laufen soll. Und manchen Apps kann man auch mitteilen, was und wie viel man am Tag gegessen hat – wichtig für alle, die abnehmen wollen. Zudem bieten viele Armbänder eine Schlafüberwachung und einen so genannten "smarten" Wecker an, der sich nur außerhalb der Tiefschlafphasen meldet.

Zusätzliche Motivation durch den Internet-Vergleich mit anderen

Und noch eine wichtige Funktion bieten viele der zum Fitnessarmband zugehörigen Apps: Man kann sich mit ihrer Hilfe per Internet mit anderen Nutzern verbinden und vergleichen. Da sind dann regelrechte Wettkämpfe möglich, zwischen Freunden oder innerhalb der Familie beispielsweise. Wer läuft die meisten Schritte innerhalb einer Woche oder wer bewegt sich am meisten? Die direkte Vergleichsmöglichkeit – und auch, dass andere sehen, wenn man sich weniger bewegt als einem gut tun würde – liefert vielen Nutzern zusätzliche Motivation. Allerdings, so bemängeln vor allem Datenschützer, führt das auch dazu, dass Nutzer transparenter werden, denn in welche Hände die Fitnessdaten am Ende geraten, lässt sich kaum kontrollieren.

Laufen, laufen, laufen....

Wer trotzdem darüber nachdenkt, sich ein solches Fitnessarmband zuzulegen, sollte einen Blick auf die Technik und das eigene Bewegungsverhalten werfen. Denn die meisten Armbänder können lediglich Laufbewegungen registrieren. Wer viel spazieren oder joggen geht, ist damit gut bedient. Wer viel Fahrrad fährt, wird dagegen eher enttäuscht sein, denn Radfahren wird von den meisten Armbändern nicht erfasst. Bei manchen Geräten kann man nachhelfen und die Radtour entweder manuell in der App eingeben oder einen speziellen Sensor am Fahrrad montieren – aber das kostet entweder zusätzliches Geld oder öffnet dem Selbstbetrug Tür und Tor. Das Armband als unbestechlicher Wächter über die eigene Fitness? Das kann man damit vergessen.

Modisches Accessoire oder Ersatz für die Armbanduhr?

Die Fitnessarmbänder gibt es in Dutzenden verschiedener Ausführungen, teilweise mit, teilweise ohne Display. Die Geräte ohne Display lassen sich gut wie ein Schmuckarmband tragen und fallen daher auf den ersten Blick gar nicht weiter auf. Armbänder mit Display bieten dafür mehr Möglichkeiten. Die meisten können die Uhrzeit anzeigen, so dass man sie als Ersatz für eine Armbanduhr tragen kann. Manche bieten weitere Funktionen, zum Beispiel eine Wettervorhersage oder die Steuerung von Handy-Funktionen – es gibt Fitnessarmbänder, mit denen man eingehende Handygespräche annehmen kann. Wichtig ist auch die Stromversorgung. Die meisten Armbänder haben einen Akku eingebaut – deshalb muss das Fitnessarmband alle paar Tage wieder aufgeladen werden. Teilweise braucht man dafür ein mitgeliefertes Spezialkabel; das sollte dann auch Reisen oder im Urlaub nicht zuhause bleiben. Eher selten, aber auch das gibt es: Fitnessarmbänder, die mit Batterien betrieben werden. Einige Hersteller versprechen sogar eine Lebensdauer der Batterien bis zu einem Jahr.

Nicht nur das Armband zählt, sondern auch die zugehörige App

Vor dem Kauf eines Armbands macht es zudem Sinn, sich die dazugehörige App anzuschauen – diese kann man in aller Regel bereits vorher mit dem Smartphone herunterladen und ausprobieren. Die App ist der Schlüssel zur Auswertung der Daten, die man mit dem Fitnessarmband sammelt. Wenn dieses Programm nichts taugt oder für den eigenen Bedarf zu wenig Funktionen bietet, ist das ein klarer Minuspunkt. Es kann einem sogar passieren, dass man bei der Suche nach der App eine faustdicke Überraschung erlebt: Manche Armbänder kommen nämlich nur mit bestimmten Smartphone-Modellen klar. So gibt es Fitnessarmbänder, für die es bisher nur Auswertungs-Apps für Android-Handys gibt; wer ein Iphone nutzt, schaut in die Röhre.

Günstigste Modelle schon ab 30 Euro

Die Preise für die Fitnessarmbänder reichen von knapp 30 Euro für einfache Geräte – in der Regel Armbänder ohne Display – bis an die 160 Euro für Spitzenmodelle. Ob sich die Fitnessarmbänder dauerhaft am Markt halten können, scheint derzeit eher fraglich. Viele Hersteller arbeiten an so genannten Smart-Watches. Einige dieser neuartigen Armbanduhren sind bereits auf dem Markt und integrieren viele Funktionen von Fitnessarmbändern und Sportuhren.

Stand: 20.12.2016, 00:00