Feiertags-Spaziergang in Wormbach

Innenansicht der romanischen Kirche St. Peter und Paul im Ortsteil Wormbach

Feiertags-Spaziergang in Wormbach

Von Corina Wegler

Mit Allerheiligen beginnt der stille Monat. Der Monat, an dem die Friedhöfe in den Mittelpunkt rücken. Da gehen die hin, die Gräber ihrer Angehörigen oder ihrer Freunde besuchen. Aber auch ohne persönliche Beziehung kann ein Spaziergang auf einem Friedhof lohnend und spannend sein. Der Friedhof in Wormbach im Schmallenberger Sauerland ist ein Geheimtipp – ein niederländischer Reisebuchautor hat ihn sogar als "schönsten Kirchhof der Welt" bezeichnet.

Feiertags-Spaziergang in Wormbach

WDR 4 Spaziergang 01.11.2018 02:27 Min. Verfügbar bis 01.11.2019 WDR 4

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Spaziergang über den Friedhof Wormbach

Holzkreuze, Totenwege und die älteste Pfeifenorgel Westfalens – Wormbach im Schmallenberger Sauerland ist wie geschaffen für einen Spaziergang im stillen Monat November. Der Friedhof in der Dorfmitte gehört zu den schönsten im Land.

Blick auf die Wormbacher Kirche und den Friedhof

Der Wormbacher Friedhof liegt direkt an der Kirche, die auf einem Hügel über das Dorf zu wachsen scheint. Hier gibt es keine Grabsteine, keine pompösen Grabmale, sondern ausschließlich schlichte Holzkreuze. Mal mit einem Dach aus Schiefer, mal mit einem aus Kupfer.

Der Wormbacher Friedhof liegt direkt an der Kirche, die auf einem Hügel über das Dorf zu wachsen scheint. Hier gibt es keine Grabsteine, keine pompösen Grabmale, sondern ausschließlich schlichte Holzkreuze. Mal mit einem Dach aus Schiefer, mal mit einem aus Kupfer.

Alle Gräber sind in Richtung Osten ausgerichtet. Die Kreuze stehen am Fußende der Gräber. "Der Tote schaut das Kreuz an und in Richtung Osten zur Auferstehung", erklärt Johannes Tigges, der sich mit der Geschichte Wormbachs intensiv beschäftigt hat und regelmäßig Führungen anbietet. Ein niederländischer Reisebuchautor hat den Wormbacher Friedhof als schönsten Kirchhof der Welt bezeichnet.

Um die Gräberfelder herum wachsen 300-jährige Linden. Auch sie tragen Kreuze – zur Erinnerung an die Gefallenen der Weltkriege. Ein Kreuz ist nicht aus Holz, sondern aus Schiefer. Es ist 1884 aufgestellt worden. Dokumentiert ist dort sogar die Todesstunde: "Dies war die meine und eine von den zwölfen ist deine", ist zu lesen.

In diesen Lebensbaum – sieben Meter von der Kirche entfernt – ist im Zweiten Weltkrieg eine Bombe eingeschlagen.

Auch die Kirche St. Peter und Paul ist besonders: Sie wurde im 13. Jahrhundert erbaut, enthält aber noch Teile der Vorgängerkirche. Unter dem Deckengewölbe sind die zwölf Tierkreiszeichen zu sehen – heidnische Symbole, die darauf hinweisen, dass Wormbach vor der Christianisierung eine Sonnenwarte war.

Innenansicht der romanischen Kirche St. Peter und Paul im Ortsteil Wormbach.

Sehenswert sind auch der Altar und die Fresken. Die Orgel aus dem 14. Jahrhundert umfasst 1500 Pfeifen. Sie ist die älteste Pfeifenorgel Westfalens.

Jeden Sonntag nach dem Gottesdienst werden Führungen angeboten. Direkt an der Kirche starten etliche Wanderwege, um den Spaziergang über den Friedhof zu verlängern.

Stand: 01.11.2018, 00:00