Grillen - Rezepte, Recht und richtig Einkaufen

Ausgerechnet Gasgrill Ausgerechnet 13.03.2020 29:20 Min. UT Verfügbar bis 27.07.2021 WDR

Grillen - Rezepte, Recht und richtig Einkaufen

Welcher Grill ist der richtige für mich? Wie schmeckt das Fleisch am besten - und gibt es vegetarische Alternativen? Antworten auf diese und andere Fragen in unserem "Grillwissen".

Grillen - das geht auch gesund und sogar vegetarisch

WDR 5 Quarks - Hintergrund 23.05.2019 10:41 Min. Verfügbar bis 22.05.2024 WDR 5

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Balkon, Garten und Corona - wann und wo darf ich grillen?

Das Corona-Virus schränkt auch Grillfreunde ein. Grundsätzlich darf man im Garten oder auf dem Balkon grillen. Es gelten aber auch beim Grillen die gültigen Kontaktbeschränkungen und Empfehlungen: Hygieneregeln einhalten, 1,5 Meter Abstand gelten weiterhin. Seit 20. Mai sind Picknicks im Park wieder erlaubt, Grillen seit dem 15. Juni.

Rücksichtnahme auf Nachbarn und andere Mitmenschen ist abseits der Rechtslage immer ein guter Ratgeber. Die Nachbarn vorab informieren hilft dabei ebenso wie das Einhalten von Ruhezeiten.

Nach der Gesetzeslage ist das Grillen auf dem eigenen Balkon oder im Garten grundsätzlich erlaubt - es sei denn, es wird in der Hausordnung ausdrücklich verboten. Der Mieterbund weist aber darauf hin, dass auch ohne entsprechende Regelung im Mietvertrag das Grillen unterbleiben sollte, wenn Rauch in Nachbarwohnungen zieht. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Grill auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten steht. 

Feuer und Rauch - ist Grillen gefährlich?

Wer ein paar Sicherheitstipps beherzigt, muss keine Angst vor Unfällen beim Grillen haben.

Der Grill sollte in jedem Fall einen festen Stand haben und der Untergrund sollte nicht brennbar sein. Auch in der Nähe des Holzkohlegrills sollten keine leicht brennbaren Gegenstände stehen, denn immer wieder können Funken vom Grill aufsteigen.

Für den Fall, dass doch mal etwas Feuer fängt, sollte man immer einen Eimer mit Wasser oder Sand oder einen Feuerlöscher in greifbarer Nähe haben. Aber Vorsicht: Wenn tropfendes Fett Feuer gefangen hat, auf keinen Fall mit Wasser löschen.

Damit es nach dem Grillen nicht brennt, sollte man die restliche Kohle nicht einfach auskippen. Sie sollte einfach im Grill oder einem speziellen Kohleeimer verglühen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Kohle auch mit Wasser ablöschen.

Ist der Gasgrill nicht mehr in Ordnung, kann es gefährlich werden. Ein Grill-Check ist aber schnell gemacht. Wir zeigen die vier Punkte, auf die es ankommt.

Gas, Elektro, Kohle - Welcher Grill ist der beste?

Die entscheidende Glaubensfrage - auf die es natürlich keine eindeutige Antwort gibt. Jeder Grilltyp hat seine Vor- und Nachteile.

Der Klassiker ist der Holzkohlegrill, den es als Picknickgrill schon für unter 20 Euro zu kaufen gibt. Eine Schale aus Metall für die Kohle, ein Rost fürs Grillgut - das Funktionsprinzip ist eigentlich immer gleich. Und dennoch gibt es zahlreiche Varianten vom Picknick- über den Schwenk- bis zum Kugelgrill. Ebenso groß wie die Auswahl ist die Preisspanne. Zwischen dem Tankstellenmodell und dem Edelgrill liegen bis zu 1000 Euro. Für wen eignet sich der Holzkohlegrill? Der Allrounder fürs ursprüngliche Grill-Feeling passt zum Profi genauso wie zum Gelegenheitsgriller.

Die Vorteile des Elektrogrills sind die leichte Handhabung und die schnelle Verfügbarkeit. Ein Elektrogrill ist nach gut zehn Minuten betriebsbereit. Die Temperatur lässt sich sehr gut regulieren, wird aber nicht so hoch wie etwa beim Holzkohlegrill. Das führt unter Umständen zu weniger Röstaromen. Der Elektrogrill bietet sich auch für den Einsatz auf dem Balkon an - denn die Rauchentwicklung ist eher gering. Ein weiterer Pluspunkt: Die Grills sind sehr leicht zu reinigen. Für wen ist der Elektrogrill das Richtige? Für jeden, der auch mal in der Wohnung oder auf einem kleinen Balkon grillen möchte - und dort einen Stromanschluss hat.

Der Gasgrill ist wie der Elektrogrill schnell auf Betriebstemperatur und leicht zu reinigen. Nachteil ist sicherlich der Preis - sehr einfache Modell starten bei knapp unter 100 Euro, bei großen Geräten können mehrere Tausend Euro fällig werden. Wichtig bei Gasgrills: Man sollte immer eine Ersatzflasche Gas im Haus haben, damit das Grillvergnügen nicht vor dem richtigen Garpunkt beendet ist. Wer grillt am besten mit Gas? Spontane Griller sind mit Gasgrills gut bedient - sie sind schnell einsatzbereit und nach dem Grillen auch rasch wieder sauber.

Wie heizt man den Kohle-Grill richtig an?

Das Anzünden der Kohle birgt die größten Risiken beim Grillen. In jedem Fall sollte man auf flüssige Brandbeschleuniger wie Benzin oder Spiritus verzichten - die Gefahr einer Verpuffung ist zu groß.

Am besten eignen sich trockene Anzündwürfel oder Grillpasten, um die Kohle auf Temperatur zu bringen. Dafür sollte man die Kohle zu einer kleinen Pyramide aufschichten und den Grillanzünder dazwischen legen. Dann braucht man ein bisschen Geduld, bis die Anzünder die umliegende Kohle zum Glühen gebracht haben. Mit dem Blasebalg oder Fön lässt sich das ein wenig beschleunigen - man muss aber auf den Funkenflug achten.

Den Luftzug machen sich auch spezielle Anzündekamine zunutze. In sie wird Anzünder und Kohle gefüllt und angezündet - durch den Effekt, bei dem Luft von unten nach oben durch den Kamin zieht, wird die Kohle schneller heiß.

Wie kriege ich den Grill wieder sauber?

Feuer, Ruß und Fett können dem Grill und besonders dem Rost sehr zusetzen. Umso wichtiger, ihn nach jeder Benutzung zu reinigen.

Damit das Putzen nicht zu mühselig wird, sollte man den Grill mit Öl einpinseln oder mit einer halbierten rohen Kartoffel abreiben. Dann bleibt das Grillgut nicht ganz so kleben.

Bei der Reinigung muss man übrigens nicht auf harte Reinigungsmittel zurückgreifen. Klassiker der Hausmittel: Zeitungspapier. Dafür einfach den Grillrost nach dem Grillen auf einer angefeuchtete Seite Zeitungspapier ins Gras legen, noch mal mit feuchtem Zeitungspapier abdecken – und eine Nacht warten. Am nächsten Morgen kann man die Grillreste problemlos mit der feuchten Zeitung abwischen.

Weitere Reinigungstipps:

Wie erkenne ich gutes Grillfleisch?

Grillfleisch sollte man am besten beim Metzger frisch einkaufen. Dort erhält man eine fundierte Beratung und Tipps für die Zubereitung.

Grundsätzlich gilt, dass Fleisch immer einen frischen Glanz haben und nicht schmierig wirken soll. Bei fertig mariniertem Fleisch ist das nur schlecht zu kontrollieren. Zudem enthalten die fertigen Marinaden oft Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker. Wer also auf Nummer sicher gehen will, sollte sein Fleisch selbst marinieren.

Für den Grill bietet sich marmoriertes, leicht mit Fett durchzogenes Fleisch an. Wer direkt grillt, sollte darauf achten, dass es kein Fleisch aus stark beanspruchten Muskelgruppen wie der Schulter ist.

Worauf muss ich beim Einkauf der Wurst achten?

Eine gute Wurst sollte nach dem Grillen saftig sein - aber nicht vor Fett triefen. Daher Vorsicht vor Würsten, die weich und wabbelig sind. Das sind Zeichen für zu viel Fett.

Wie auch beim Fleisch gilt: Wer beim Metzger kauft, kann wegen verwendeter Inhaltsstoffe nachfragen und erhält eine Beratung. Viele Metzger haben darüberhinaus eigene Kreationen im Angebot.

Welcher Fisch lässt sich gut grillen?

Eigentlich jeder. Wer keinen ganzen Fisch - zum Beispiel Wolfsbarsch, Dorade oder Forelle grillen möchte, sollte bei Filets auf fettreiche Fischarten wie Lachs und Thunfisch zurückgreifen, da deren Fleisch recht fest ist. Schwierig wird es mit kleinen Filets, da sie sehr schnell gar sind.

Grundsätzlich sollte der Fisch nicht bei größtmöglicher Hitze sondern eher sanft gegrillt werden. Bei ganzen Fischen können auch spezielle Fischzangen genutzt werden, in die der Fisch eingeklemmt wird und die das Wenden erleichtern.

Vegetarisch grillen - klappt das?

Es spricht natürlich nichts dagegen, auf Wurst und Fleisch zu verzichten und trotzdem lecker zu grillen. Besonders weil man fast jedes Gemüse auf den Rost legen kann. Gemüsespieße, Kartoffeln, Maiskolben oder Champignons sind die Klassiker. Eingelegte Zucchine oder Auberginen machen sich ebenso gut auf dem Rost.

Eine andere Variante sind Grillkäse wie Halloumi - hier sollte man aber eine Unterlage nutzen, da der Käse sonst schnell in die Glut tropft.

Es gibt aber auch spezielle vegetarische Würste aus Seitan, Tofu oder Lupineneiweiß. Der Salzgehalt dieser Ersatz-Würste ist in der Regel so hoch wie bei normalen Würsten auch. Sie reagieren aber anders auf die Hitze - so werden beispielsweise Soja-Würste wegen ihres hohen Wassergehalts nicht so schnell braun.

Direkt, Indirekt, Barbecue und Smoken - was sind die Unterschiede?

Wer denkt, das Grillen nur bedeutet, Kohle anzuzünden und dann auf dem Rost seine Mahlzeit zuzubereiten, verkennt viele Möglichkeiten, die das Grillen bietet.

Zum Beispiel die Unterscheidung der einzelnen Grillmethoden, die sich vor allem in der Temperatur des Grills und der Position der Kohle unterscheiden.

Der Klassiker ist das direkte Grillen. Dabei entstehen Temperaturen zwischen 160 und 300 Grad. Beide Seiten des Fleischs werden gleich lang auf den Rost gelegt und nach relativ kurzer Garzeit serviert.

Im Gegensatz dazu steht das indirekte Grillen. Die Temperatur steigt hier nicht über 200 Grad und das Grillgut liegt nicht direkt über der Glut sondern wird eher wie in einem Backofen gegart. Für das indirekte Grillen braucht man einen Grill mit Deckel - und Geduld. Größere Fleischstücke brauchen bis zu sechs Stunden.

Auch beim Barbecuen wirkt die Hitze indirekt und entsteht in seitlich vom Fleisch angebrachten Feuerboxen. Bei Temperaturen bis 160 Grad gart das Fleisch langsam - soll aber besonders zart sein. Vorteil: Es kann eigentlich nicht anbrennen. Nachteil: Man braucht einen besonderen Barbecue-Grill.

Den braucht man auch fürs Smoken oder Räuchern. Bei 60 bis 90 Grad kann es auch mal 24 Stunden dauern, bis das Fleisch gar ist. Die Klassiker aus dem Smoker sind Spareribs (Rippchen), Beef Brisket (das Kernstück der Rinderbrust), und Pulled Pork (Schweinefleisch aus Nacken oder Schulter).

Wie gelingen Wurst, Steak und Kotelett perfekt?

Üben, üben, üben... Aber es gibt ein paar Grundregeln, die helfen, das Grillgut perfekt hinzubekommen.

Um eine schöne Bräunung zu erzielen, sollte man das Fleisch auf beiden Seiten länger liegenlassen und nicht so oft wenden.

Grillt man mit Kohle, sollte die so verteilt sind, dass man unterschiedliche Temperaturzonen auf dem Grill schaffen kann. Eine Seite mit hoher Hitze, eine Seite, an der das Fleisch vor dem Servieren kurz ruhen kann.

Welche Garzustände gibt es - was bedeutet eigentlich "Medium“?

Wie hätten Sie Ihr Steak denn gerne? Im Fachjargon gibt es sechs einzelne Garstufen für ein Rindersteak - von fast roh über rosa bis durchgebraten:

  • Blue-Rare oder English
  • Rare
  • Medium Rare
  • Medium
  • Medium-Well
  • Well done

Den richtigen Garpunkt kann man mit dem Fleischthermometer feststellen - er variiert auch je nach Fleischstück. So braucht ein Filet zum Beispiel weniger Temperatur als ein Raostbeef.

Wer kein Thermometer hat, muss sich auf Erfahrung oder Fingerspitzengefühl verlassen. Mit dem Finger aufs Steak drücken - je härter das Fleisch, desto weiter der Gargrad.

Stand: 29.07.2020, 15:13