Akkus im Test – wenn wiederaufladbare Batterien versagen

Akkus im Test – wenn wiederaufladbare Batterien versagen

Von Nina Rathfelder und Thomas Oberfranz

Was taugen aufladbare Akkus im Vergleich zu Einwegbatterien? Wir haben den Test gemacht. Ein Ergebnis: Das schlechteste Produkt schafft nicht einmal die Hälfte der versprochenen Ladezyklen.

  • Labortest: „ready to use“ und „Langzeitbelastung“
  • teuer bedeutet nicht unbedingt immer gut
  • Lohnen sich Akkus gegenüber Einwegbatterien?

Labortestkriterien: „ready to use“ und Langzeitbelastung

Fünf Akkus der Größe AA haben wir im Labor und in der Praxis getestet: die Markenprodukte von Duracell (3,74 Euro), Panasonic (4,24 Euro) und Varta (6 Euro) sowie die Eigenmarken von Ikea (1,62 Euro) und Rubin Rossmann (1,25 Euro).

Zunächst wurde im Labor gemessen, wie viel Strom die Akkus unmittelbar nach dem Kauf gespeichert hatten. Denn die Hersteller versprechen, sie seien "ready to use", also sofort einsatzbereit.

In einem Langzeittest wurden die Akkus anschließend fünf Monate lang überprüft. Dabei wurden sie immer wieder ge- und entladen. Nach zehn, 110 und 210 Aufladungen wurde die Kapazität gemessen. Ein Akku gilt als verbraucht, wenn er nur noch 80 Prozent des Stroms aufnehmen kann.

Ergebnis – teuer bedeutet nicht unbedingt immer gut

In der Kategorie „ready to use“ siegte der Akku von Varta. Duracell und Ikea landeten im Mittelfeld. Die Produkte von Rossmann und Panasonic hatten im Test die geringste Restkapazität.

Im Langzeittest gewannen die Akkus von Ikea und Duracell. Beide Produkte fielen erst nach rund 280 Ladezyklen aus. Das Markenprodukt von Panasonic schnitt mittelmäßig ab, hier war schon nach 210 Aufladungen Schluss. Verlierer im Test waren die Akkus von Rossmann und Varta. Bei beiden lag die Kapazität nach 210 Ladezyklen deutlich unter 80 Prozent.

Lohnen sich Akkus gegenüber Einwegbatterien?

Grundsätzlich lohnen sich Akkus gegenüber Einwegbatterien. Bei über 200 Aufladungen können Verbraucher so schon einige Batterien einsparen. Das schont auf Dauer nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Akkus lohnen sich aber nicht bei Geräten mit sehr niedrigem Energieverbrauch, wie etwa Taschenrechnern, Fernbedienungen oder Uhren.

Tipps für Akkukauf und -nutzung

  • teuer bedeutet nicht gleich gut
  • nach langer Lagerung leidet die Leistung
  • Akkus im Fachhandel und nicht online kaufen
  • Nachfragen, wie lange die Produkte schon lagern
  • auf Nennkapazität achten (wieviel Strom kann der Akku maximal speichern?)
  • Akkus nicht extremer Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit aussetzen
  • voll geladene Akkus aus dem Ladegerät nehmen
  • Voltzahl beachten (Akkus mit niedriger Spannung funktionieren nicht in allen Geräten)
  • Batterien und Akkus nicht im Hausmüll, sondern im Altbatteriecontainer entsorgen

Stand: 06.11.2018, 11:29